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Anzeigenhauptmeisterin Baerbock

Die Grünen und die Kritik

Nicht nur Marie Agnes Strack-Reichswerke-Hermann-Göring wirft bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerne mit Anzeigen um sich. Auch unsere Lieblings-Außenministerin Annalena Baerbock belästigt immer wieder die Behörden mit Nichtigkeiten wie etwa „Dampfwalze“, „Vollpfosten“, „PISA-Studien-Drücker“ oder einfach nur „Dulli“. Solche Bezeichnungen gehen Grünen-Politikern wie Annalena Baerbock und Robert Habeck viel zu weit. Die wenigsten Anklagen haben allerdings Erfolg.

Als „die dümmste Außenministerin der Welt“ bezeichnete ein 58-jähriger Bayer jüngst Außenministerin Baerbock auf der Plattform Twitter. Die stellte jetzt Strafanzeige gegen den Twitter-User – wegen Beleidigung.
Der Mann hatte in seinem Beitrag behauptet, Baerbock behindere durch ihre Unterstützung von Waffenlieferungen in die Ukraine „Friedensgespräche" und trage dadurch eine Verantwortung „für den Tod vieler Menschen“.  
Solche Beschimpfungen gegen die Grünen führen in letzter Zeit immer häufiger zu Strafverfahren: Erst im März stellte Baerbock persönlich Strafantrag gegen einen bayerischen Unternehmer. Der Angeklagte hatte vor seinem Grundstück in Miesbach Schmähplakate aufgestellt, die unter anderem Grünen-Chefin Ricarda Lang als Dampfwalze darstellten. Darunter die Aufschrift: „Wir machen alles platt.“
Baerbock selbst war auf den Plakaten als kleines Kind abgebildet. Sie verlor das Verfahren im April in zweiter Instanz. Laut Aussage des Gerichts seien die satirischen Darstellungen von Baerbock und Lang durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Gerade Politiker in hohen Ämtern müssten Kritik aushalten.

Wirtschaftsminister Robert Habeck verklagte auch im April letzten Jahres den „Welt“-Kolumnisten Rainer Meyer. Der Journalist hatte in einem Twitter-Post von einem Wirtschaftsminister geschrieben, „der mit seiner äußeren Erscheinung in einer Ansammlung von Bahnhofsalkoholikern nicht negativ auffallen würde“. Hintergrund des Posts könnte laut der Berliner Zeitung ein Bild Habecks auf Instagram gewesen sein, das den Minister mit offenem Hemd und zerzausten Haar auf dem Boden eines Bahnsteigs sitzend zeigte.
Habecks Vorwurf: Meyer habe nach Paragraf 188 des Strafgesetzbuches den Minister beleidigt. Auch dieses Verfahren endete mit einem Freispruch für den Journalisten. Das Urteil könnte von Habeck aber noch angefochten werden.
Recht bekam der grüne Wirtschaftsminister indes im Verfahren gegen einen Mann aus Bayern, der ihn auf einer Bildcollage als „Vollpfosten“ betitelt hatte. Der Mann habe Habeck mit seiner Handlung „in seiner Ehre herabgesetzt“, stellte die Staatsanwaltschaft Wunsiedel fest. Das Gericht gab ihr Recht. Der Angeklagte muss 2100 Euro Geldstrafe zahlen.

Gegen Hass und Hetze im Internet haben die Grünen die sogenannte „Grüne Netzfeuerwehr“ gegründet. Auf der Partei-Website heißt es: „Als Grüne Netzfeuerwehr diskutieren und liken wir gegen die Kommentar-Lawinen von Rechts unter Grünen Beiträgen an.“ Mitmachen könne jeder. Spannend zusehen, dass jedwede Kritik an der Politik der Grünen automatisch als „Rechts“ abgetan und verunglimpft wird. Man kann es sich auch einfach machen.
In Bezug auf Beleidigungen und Gewalt an Politikern sei es aber unabdingbar, dass der Staat durchgreift, findet der ehemalige Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, Thomas von Sarnowski: „Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen und dem Streit um die richtige Politik, ja“, so der Politiker. Die Grenze sei aber überschritten, „wenn es zu Bedrohungen, Gewalt oder zu Beleidigungen kommt. Das sind Straftaten, man muss es deutlich sagen".
Dazu eine ernstgemeinte Frage: Springt die "Grüne Netzfeuerwehr" eigentlich auch ein und zeigt an, wenn man hier Leserbriefe schreibt? Und macht Focus dabei mit? Ist das mit dem Grundgesetz vereinbar, das Meinungsfreiheit garantieren soll oder fällt das unter das "Demokratieförderungsgesetz?"

Wer Politik macht, die kaum einer versteht noch nachvollziehen kann und im Ausland sagt, die deutschen Wähler sind mir egal, darf sich über Äußerungen, die weh tun können nicht wundern.  
Sicher gehen einige Aussagen zu weit und, dass körperliche Angriffe nicht zu rechtfertigen sind, sollte jedem klar sein.
Die Grünen bestätigen durch ihre Kritikfähigkeit den verdacht des Rechtsextremismus gegen sie. Die Stimmen und Einschätzungen nehmen immer mehr zu, die den Grünen eine rechtsextreme Politik attestieren. Jüngst wurde Baerbock von chinesischen Journalisten als Rechtsextremistin bezeichnet. 
Ich denke, diesen politisch degenerierten Akteuren muss man den Unterschied zwischen Demokratie und Monarchie nochmal erklären. Bei einem Wirtschaftsminister, der nicht weiß, was eine Insolvenz ist oder einer Außenministerin die glaubt, dass  Napoleon bei seinen Feldzügen Panzer eingesetzt hat.
Als absolute Verweigerer der Wirklichkeit, sprich der derzeitigen schlechten Situation in dem einst so blühenden Deutschland, müssen sich diese grünen Politiker nun wirklich nicht wundern wenn sie beleidigt und diffamiert werden. Schön ist es nicht. Im Übrigen sind doch auch Grüne für politische Beleidigungen und krude Maßnahmen bekannt, siehe z. B. die Demos in Luetzerath. Politik ist eben kein Kuschelparadies. 
Das sollten Berufspolitiker doch eigentlich wissen.

von ASKL

Wenig Kultur, viel Propaganda

Die wohl manipulativste Sendung im ÖRR

Die Kulturberichterstattung ist ein wichtiges Mittel der Meinungsvermittlung. Dies hat man vor allem beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk schnell gelernt. Neben der Vorstellung und teils banaler Zeitgeist Literatur, woken bzw. queeren Theaterstücken und der Würdigung alter Künstler wie Casper David Friedrich, wird stets mit verzerrter Darstellung auf aktuelle Ereignisse, mit Bezug auf versteckte Propagandaabsichten eingegangen. Das Format „Kulturzeit“ des Senders 3sat liefert von Montag bis Freitag ab 19:20 Uhr, Beispiele für offensichtliche Manipulationen, schön politisch korrekt und dem Zeitgeist entsprechend am gendern wo immer es geht. In den letzten Monaten habe ich fast jede Ausgabe der ,,Kulturzeit" angesehen und bin über das Ausmaß an Framing und Einseitigkeit nur noch entsetzt.

Wer eine ausgewogene, anspruchsvolle und abwechslungsreiche TV-Sendung über Kunst, Kultur und Philosophie sehen möchte, wäre naiv zu glauben, dass er bei Kulturzeit, einer grenzüberschreitenden Produktion von 3sat in Deutschland, der Schweiz und Österreich, fündig wird. Dass die Sendung indes als Instrument von Meinungsmache und Deutungshoheit pseudointellektueller, neoliberaler Ideologie und woker Lebensart benutzt wird, ist in jeder Sendung zu beobachten. Ein Beispiel in Bezug auf die Stichworte „Russland“ und „Israel“. 

Die Sendung vom 31. Januar 2024 ist ein Paradebeispiel für die bewusste Doppelmoral und Meinungsmache der ,,Kulturzeit". In dieser Ausgabe stellt der Publizist Michel Friedmann sein kürzlich erschienenes Buch ,,Judenhass" vor und wird sogar von der Moderatorin im Studio dazu Interviewt.
Nach dem Friedmann über den bedauernswerterweise zugenommenen Antisemitismus in Deutschland und über sein Buch gesprochen hat, sprach die Moderatorin Cécile Schortmann den Boykottaufruf einiger Künstler an, Israel vom Eurovision Songcontest 2024 auszuschließen. Friedmann sprach sich jeglichen Ausschluss von Ländern bei solcherart Veranstaltungen aus, da (sinngemäß) die Regierung nicht mit den jeweiligen Bürgern beziehungsweise Künstlern gleichzusetzen seien. Ein Standpunkt den ich nur unterschreiben kann. 
Eine gute Moderatorin hätte, nach einem solchen Statement, auf Russland verwiesen. Russland wird nicht erst seit dem 24. Februar 2022 von sämtlichen Kultur- oder Sportveranstaltungen ausgeschlossen. Da wäre es doch für einen Moderator interessant zu wissen, ob er in diesem Fall auch so antworten würde. In diesem Fall möchte ich Friedmann nichts unterstellen, da ich ihn für so integer halte, dass er dies in diesem Fall auch so sehen würde, mich wurmt das Verhalten der Moderation. Sie folgt offensichtlich dem Mantra ,,Israel ist gut und darf nirgends ausgeschlossen werden und Russland ist böse und MUSS überall ausgeschlossen werden". Dies ist umso auffälliger, da nur wenige Sendungen vorher über das Fernbleiben Russland bei der Biennale in Venedig berichtet wurde, bei dessen Bericht ein sehr antirussischer Unterton zu merken war.

Dies ist auch in fast jeder Ausgabe der ,,Kulturzeit" zu beobachten, in der es um beide genannte Nationen geht. 
An Russland wird praktisch kein gutes Haar gelassen, es sei denn es geht um Nawalny und Co. die ja alle samt tapfere Kämpfer für Freiheit und Demokratie wären. Dabei fällt kein Wort über deren offensichtlich rechtsextreme Gesinnung. Ach wo denk ich hin. Das passt ja  nicht ins vorgesetzte Narrativ. Idiotischerweise wird teilweise in den selben Sendungen Björn Höcke (AfD) verrissen, weil er ein offensichtlicher Rechtsextremist ist und gefährlich für die BRD wäre. Rechtsextremisten sind nach der ,,Kulturzeit" wohl nur dann gefährlich, wenn sie in Deutschland sind. Die im Ausland kann man schon mal als Helden verklären.

Wenn es in einer Episode mal um Israels überzogene Vergeltung für den Angriff der Hamas vom 07. Oktober 2023 geht, wird jegliche Handlung der IDF (Israel Defence Force) klein geredet oder sogar in ihrem Sinne verbreitet. Dass rund 30 Tausend, meist ziviler, Opfer zu beklagen sind, wird bestenfalls in einem Nebensatz erwähnt, nur um sofort danach wieder auf den Angriff der Hamas zu verweisen. Sicher ist insbesondere die Geiselnahme der Hamas zu verurteilen, bei der meist unschuldige israelische Zivilisten gefangen genommen wurden, doch rechtfertigt dies eine so hoffnungslos überzogene Reaktion der israelischen Regierung Netanyahu? Auf solche Fragen wird bei der ,,Kulturzeit" reflexartig mit Israels Recht auf Selbstverteidigung geantwortet. Aufrufe, den israelischen Einsatz zu beenden oder Forderungen nach einem Waffenstillstand wie am Beispiel der Berlinale, werden sofort als ,,antisemitischer Skandal" hochstilisiert und dominieren die Themen mehrerer Ausgaben. Nein! Kritik am Handeln der israelischen Regierung zu üben ist kein Antisemitismus. Mit dem Judentum hat das Handeln des Kabinetts Netanyahu rein gar nichts zu tun. Natürlich gibt es auch wirklich ernstgemeinte antisemitische Äußerungen, die auch wirklich auf Juden abzielen, doch sind solche Personen mit solchen Äußerungen ein sehr kleiner Teil. Ein kleiner Teil, der für die ,,Kulturzeit" aber groß genug zu sein scheint, um solche Personen und Meinungen immer wieder herauszukramen um die legitime Kritik an Israel zu diskreditieren.

Wie man merkt, sind Begriffe wie ,,Objektivität" oder ,,Ausgewogenheit" Fremdwörter für die Redakteure bei der Kulturzeit. In Bezug auf die Ukraine oder Kritik an der Bundesregierung sieht es nicht anders aus.
Die Ukraine und Wladimir Selensky werden ausnahmslos immer als Opfer der angeblich russischen Aggression geframt und werden als Verteidiger der westlichen Werte glorifiziert, ohne auch nur einmal zu erwähnen, dass der Bürgerkrieg in der Ukraine bereits vor zehn Jahren begann und nicht erst 2022. Auch vom offensichtlichen Naziproblem (Asow, Rechter Sektor, ...) ist von der auch so linken ,,Kulturzeit" nichts zu hören. Wie bereits erwähnt gilt der Grundsatz ,,Nazis in Deutschland schlimm, Nazis in der Ukraine = Helden". Man kann es sich wirklich verdammt einfach machen.

Dass jeder, der die grüne Fortschrittskoaltion in Form der Ampel-Regierung kritisiert, automatisch ins rechtsextreme Lager geframt wird, dürfte selbstverständlich sein. Dabei ist es völlig egal, von wem der Protest kommt. Menschen der politischen Linken werden mit richtigen Neonazis in einen Tupf geworfen, ohne sich überhaupt mit den Argumenten auseinanderzusetzen. Auch in Bezug auf die LGBT-Ideologie ist man nicht zimperlich, den Kritiker als ,,homophob" abzustempeln und ihn in der Öffentlichkeit zu diffamieren.

An meiner Schule wurde einst gelehrt, dass die öffentlich-rechtlichen Medien, der Rundfunk, das Fernsehen sowie die Privatmedien eine Art „Vierte Gewalt“ ausüben sollen. „Vierte Gewalt“ bedeutet in dieser Wortwahl, dass es in dem gesellschaftlichen System der „Gewaltenteilung“ im Land eine vierte, Säule gibt. Neben Exekutive, Legislative und Judikative gäbe es also die Medien, die durch ihre Arbeit, die Berichterstattung, die Meinungsäußerung und die öffentliche Diskussion das politische Geschehen beeinflussen können und sollen.
Offiziell und theoretisch haben Medien eigentlich nicht die Macht wie Exekutive, Legislative und Judikative, eine Änderung der Politik oder eine Ahndung von Machtmissbrauch per Beschluss zu erwirken. Mächtig ist die Vierte Gewalt allerdings schon. Und tagtäglich erleben Mediennutzer diese Macht, weil diese Gewalt in der Mehrheit eben nicht unabhängig und frei agiert, sondern interessengebunden. Wie anders ist zu erklären, dass es scheint, als würde eine TV-Sendung wie die ,,Kulturzeit" (selbst erklärt und verstehend, vielfältig und unabhängig) doch immer wiederkehrend als Sprachrohr für Strömungen auftreten, die helfen, den Status Quo gegenwärtiger Verhältnisse inklusive der Pflege derer Feindbilder aufrechtzuerhalten?

von ASKL

Die "guten" Opfer

Degeneration durch Kriegspropaganda

In Moskau ereignete sich am 22. März 2024 ein Terroranschlag, bei dem je nach Quelle zwischen 40 bis 90 zivile Opfer zu beklagen sind. Um zu sagen, was genau geschehen ist und festzustellen, wer sich diese furchtbare Tat verantwortlich zeichnet, ist es zu früh. Hier soll es auch nicht um die Tat als solche, sondern um den Umgang mancher Mitmenschen mit diesem Ereignis gehen, denn dieser lässt an der Menschlichkeit diese Mitbürger zweifeln.

In den sozialen Medien waren am Morgen des 23. Märzes teils euphorische und jubelnde Postings über den Terroranschlag zu lesen. Ironischerweise aus einer Grünen und pseudolinken Blase. Von Menschen die sich selbst mit schön klingenden Adjektiven wie „weltoffen“, ,,tolerant", ,,inklusiv", „friedliebend“, ,,universalistisch" oder „menschlich“ schmücken und von sich selbst denken Aktivisten ,,gegen Rechts" und gegen menschenfeindliches beziehungsweise faschistisches Gedankengut zu sein. Insbesondere gegenüber russischen Menschen ist dieser Widerspruch besonders häufig zu beobachten. Ein Grund dafür ist, für mich, die Dauerbeschallung mit antirussischer Kriegspropaganda.

Die allgegenwärtige Kriegspropaganda in Politik und Medien der letzten zwei Jahre hat einige Menschen so sehr emotional verkrüppelt, dass sie sich über ermordete russische Zivilisten freuen und diese Freude auch noch ohne Scham und vollem bürgerlichen Namen in sozialen Medien wie Twitter zeigen und für solche Ansichten auch noch gelobt und bestärkt werden. Dies passiert Wahrlich nicht zum ersten Mal und nicht erst sein Russlands Intervention in den Ukraine-Krieg am 24. Februar 2022. 
Bereits am 03. April 2017, als auf die Sankt Petersburger Metro ein terroristischer Anschlag verübt wurde, hielt sich das mitgefühlt bei einigen hierzulande in Grenzen. Die obligatorische Beleuchtung einiger deutscher Wahrzeichen wie etwa dem Brandenburger Tor, wie sie oft aus Solidarität gezeigt wird, wurde nur in ganz seltenen Fällen eingeschalten. Beispielsweise wurde der Dresdener Kulturpalast in den Farben weiß, blau und rot beschienen. Von Seiten der Politik gab es auch nur wenige Beileidsbekundungen.

Dass sich bereits erwähntes wohlstandsverwahrlostes, grünes und wokes Klientel spätestens seit der medial geförderten Trauer um den Neonazi Alexej Nawalny in rechtsextremen Kreisen befinden, ist wahrlich nichts Neues. Wir reden hier von zutiefst rassistischen und neoliberalen Akteuren, die Menschen in Schubladen sortieren, ausgehend von Geschlecht, Hautfarbe oder selbst angedichteter Eigenschaften. Diesen Menschen geht es insbesondere in der Ukraine Thematik nicht um die dort lebende Bevölkerung. Es geht ihnen um Selbstbeweihräucherung und Selbstdarstellung. Sie folgen blind dem medial vorgegebenen Narrativ des durch und durch bösen Russen und hinterfragen gesagtes und gezeigtes zu keinem Zeitpunkt. ,,Der öffentlich-rechtlicher Rundfunk lügt nie. Wer dies anzweifelt, ist ein Schwurbler, rechter Hetzer, Putintroll (...)". Mehr zu diesen Akteuren in diesem Artikel: Blau-gelbe „Solidarität“ .
Die Differenzierung zwischen der russischen Bevölkerung und dem russischen Staat ist ebenfalls schon längst verloren gegangen, worauf ich in diesem Artikel einging.
Das alles lässt sich übrigens auch auf den am 07. Oktober 2023 erneut eskalierten Nahostkonflikt übertragen.

Es ist beeindruckend zu sehen sie sicher sich viele russophobe Menschen im Internet fühlen. Wie bereits erwähnt verbreiten sie ihren Hass unter Verwendung ihres vollen Klarnamen und teilweise sogar mit der Angabe ihres Wohnortes in ihren Profilen. Dies wird umso beeindruckender, da einige der Nutzer nicht zum ersten Mal mit solchen Postings auffielen. Von einigen weiß ich, dass Anzeigen gegen sie erstattet wurden und trotzdem verbreiten sie solcherlei Beiträge.
Ironischerweise sind es eben solche Leute die sich vehement für eine Klarnamenpflicht in den sozialen Medien aussprechen, um "Hatespeech" besser verfolgen und bestrafen zu können. Wie man beobachten kann, hat dies in den seltensten Fällen folgen für die Täter.

Deutschland ist auf so vielen Ebenen durch und hat fertig. Der Grad der Degeneration und Verrohung in der Bevölkerung durfte beispiellos in Europa oder gar der Welt sein. Auf eine Trendwende brauchen wir nicht zu hoffen, denn egal, wer in der Regierung ist, es würde sich nichts zum guten für die Bevölkerung ändern. Es bedarf einer grundlegenden Neustrukturierung des Staates. Wie genau der „bessere“ Staat aussehen kann, weiß ich noch nicht, aber so wie er jetzt ist, schadet uns spaltet er nur einen großen Teil der Bevölkerung.

von ASKL

Nächste Wunderwaffe für Kiew

Mit dem Taurus (nun wirklich) zum Endsieg

Nach deutschen Stahlhelmen, Gepard- und Leopard-Panzern, MiG-29 Kampfflugzeugen aus NVA-Beständen und IRIS-T Luftabwehrsystemen sollen Taurus-Marschflugkörper nun endlich wirklich die vom Kiewer Regime erhoffte Wende an der Front bringen. Wer allen ernstes glaubt, dass der Taurus irgendwas bewirkt, der sollte sich schleunigst bei der nächsten Forensik melden und einweisen lassen. Ist ja nicht so als hätten bereits genannte  deutsche Systeme oder anderes westliches Material irgendwas bewirkt.
Tragischerweise sitzen eben jene Personen die glauben, dass westliche Waffen der WSU helfen bei der NATO und im deutschen Bundestag. 
Mit allen mitteln wird nun versucht die Marschflugkörper an Kiews Truppen zu übergeben, dabei wird als wieder alles mögliche an Propaganda aufgefahren.

Bevor wir allerdings dazu kommen, lohnt es sich erstmal das System anzusehen um das zurzeit das ganze Theater veranstaltet wird.
Der Taurus (lateinisch für „Stier“) ist ein deutsch-schwedischer Luft-Boden-Marschflugkörper. Der Name ist ein Akronym für Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System. Taurus wurde als Modulare Abstandswaffe (MAW) für verschiedene Nutzlasten und Missionen entwickelt, aber optimiert, um massiv gehärtete und eingegrabene Ziele (Bunker) oder sogenannte Hochwertziele zu bekämpfen. Der Marschflugkörper ist das deutsch-schwedische Gegenstück zum parallel entwickelten britisch-französischen Storm Shadow/Scalp.
Ein Taurus-Marschflugkörper kostet rund 950 Tausend Euro, ist 5,1 Meter lang und hat einen Gefechtskopf mit einem Gewicht von 1360 Kilogramm. Hergestellt wird dieser Marschflugkörper von der deutschen Taurus Sytems GmbH. Aktuell können vier Kampfflugzeugtypen den Taurus einsetzen, dazu gehören die schwedische Saab JAS-39 Gripen und der deutsch, britisch, italienische PANAVIA Tornado, welchen auch die Bundeswehr einsetzt.

Hauptargument warum Kiew unbedingt den Taurus haben muss ist die Reichweite von mehr als 500 Kilometern, was gleichzeitig bei dem ein oder anderen noch vernünftig denkenden Menschen das größte Problem und Gegenargument darstellt. Es wird nämlich befürchtet, dass die WSU mit diesem System auch Ziele im russischen Gebiet angreifen würde. Diese Befürchtung ist nicht unbegründet, da das Kiewer Regime immer wider russische Städte in der nähe der ukrainischen Grenze wie Belgorod oder Kursk mit westlichen Waffen wie HIMARS beschießen lässt, und dass obwohl Selensky persönlich versicherte dies nicht zutun.

Davon völlig unbeeindruckt setzen sich die üblichen Verdächtigen wie die Rüstungslobbyistin Marie Agnes Strack-Zimmermann (FDP), der Kriegstreiber Roderich Kiesewetter (CDU) und ein Experte für Alles Anton Hofreiter (Die Grünen) buchstäblich am lautesten dafür ein den Taurus an Kiew zu übergeben.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat (noch nicht) zugestimmt diese Waffen zu liefern, was bei ihm aber nichts heißen muss, denn letzten Endes gibt er wieder nach wie damals bei der Debatte um die Leoparden und Geparden.

Um den Druck auf Scholz zu erhöhen läuft die Propagandamaschinerie auf Hochtouren die selbst vor der Beeinflussung der aller kleinsten nicht Halt macht.
Ein Clip aus der vom ZDF produzierten Kindernachrichtensendung "logo" ging am 29. Februar viral, unter anderem auf YouTube und Instagram. Worum geht es in dem Clip, der, nicht in den logo!-Nachrichten auf dem offizielen logo!-Instagramaccount wurde?

Der Titel "Kein TAURUS für die Ukraine" ist zielgenau irreführend. Denn die gesamte Botschaft des 52-Sekünders lautet: "Taurus? Na logo!"
Darin unterhalten sich ein mit Mund, Nase und Augen dekorierte deutscher Marschflugkörper ("Taurus"), ein mit Akzent sprechendes französisches ("SCALP") und ein britisches Geschoss ("Storm Shadow") sowie ein dazwischen redender Leopard-Panzer (wieso auch immer als Pole) darüber, warum der Taurus nicht an die (Ost-)Front darf. 
Ein Ausschnitt: 
Taurus :,,Dem Olaf Scholz müssten wir Marschflugkörper mal ordentlich den Marsch blasen." 
Storm Shadow: ,,Uhm, why?" 
Taurus: ,,Er weigert sich doch, mich in die Ukraine zu liefern."
Leopard: ,,Wie damals bei mir!" 
SCALP: ,,Hä, Sch… (Piepton), die Ukrainer bekommen doch schon mich."
Storm Shadow: ,,Und mich!" 
Taurus: ,,Ihr wisst schon, dass ihr ein und derselbe Marschflugkörper seid, halt nur aus unterschiedlichen Ländern." (…) Kein Wunder, dass die mich haben wollen. Ich bin halt eindeutig der bessere Marschflugkörper!" 
SCALP: ,,Wohl eher ein Ar…(Piepton)flugkörper, wenn du nicht bald hier auftauchst." (…)  
Lass mich raten, du darfst deswegen nicht in die Ukraine, weil euer Kanzler mal wieder zögert und zaudert?" 
Storm Shadow: ,,Der German Fachbegriff dafür ist ›scholzen‹!"
Den ganzen Clip findet ihr hier.

Es ist beeindruckend, wie "logo!" hier durch Pieptöne das Kindeswohl wahrt und die Böswilligkeit widerlegt, im Öffentlich-Rechtlichen sei alles zum Ukraine-Krieg Propaganda. Nur hier wird der Kanzler verständlich und einfühlsam vorgeführt, der früher oder später ohnehin nachgeben wird.
Die Kinderprogrammverantwortlichen stehen in der besonderen Verpflichtung, nachhaltige und konsistente Unternehmens- und Programmentscheidungen zu treffen.
Der Werterahmen von KiKA entspricht seiner gesellschaftlichen Verantwortung und umfasst Diversität ebenso wie Nachhaltigkeit oder Barrierefreiheit. Moderatorinnen und Moderatoren, Heldinnen und Helden haben Vorbildcharakter und sind Identifikationsfiguren für die junge Generation. KiKA-Angebote reflektieren die unterschiedlichen Lebensmodelle von Familien in Deutschland oder zeigen Kulturen aus aller Welt.
Vielfalt ist für KiKA ein besonderer Wert, sie spiegelt die pluralistische Gesellschaft, in der Kinder heute leben.
Beiträge wie der hier kritisierte widersprechen in buchstäblich jeder Hinsicht diesem Anspruch. Und damit der Vorgabe, Medienkompetenz als soziale Schlüsselqualifikation zu vermitteln. Wie heißt es in der Kika-Selbstdarstellung so schön: Ziel sei es, "Kinder zu Selbst bestimmten und souveränen Akteuren der Medienwelt zu machen."

Wenn das Thema und die Lage nicht so ernst wären, ließe sich sarkastisch sagen: Klar, liebe Kinder, Ihr könnt ja alle unserer Meinung sein. Damit habt Ihr es auch leichter im Leben. Denn wir sind die Guten, wir sind die Schlauen. Und daher müsst Ihr dann auch die ganz Tapferen sein!
Um dem Zynismus solcher Beiträge mal rein hypothetisch etwas Zynisches entgegenzusetzen: Was kommt als Nächstes im KiKa? Na "logo" –
1. dem "Zauderer", ja Defätisten, Scholz wird seine Wehrdienstverweigerung an den Kopf geworfen und um die Ohren gehauen;
2. die KiKa-Redaktion meldet sich freiwillig an die Front in der Ukraine und macht dort 14 Tage ein Praktikum als Bodentruppe im Schützengraben. Und wenn dann noch jemand von dort zurückkehrt in den Sender, wird
3. demnächst im Programm für die Rekrutierung von Kindersoldaten, pardon: Kindersoldat*innen für die Ukraine geworben?
Wahnsinn? Ja leider aber wie so oft mit System. Wie so oft muss man sich die Frage stellen: "ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode", wusste bereits William Shakespeare im Hamlet. Und auch, dass Fundamentales faul scheint – in dem Fall im Staate Deutschland. Nicht zuletzt in den Medien hierzulande, wie hier an - nun ja: vorderster Front im "Kinderkanal" von ARD und ZDF.

Kommen wir zum durch Russland geleakten Gespräch der vier Luftwaffenoffiziere der Bundeswehr.
Am 01. März, nur einen Tag nach dem logo!-Clip, veröffentlichte Russland ein internes Gespräch hochrangiger deutscher Luftwaffenoffiziere vom 19. Februar über Varianten der Kriegführung gegen russische Ziele mit Hilfe der Taurus-Marschflugkörper. Eine Quelle des 38minütigen Mitschnitts wurde noch nicht angegeben. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach am Sonnabend den 02. März bei einem Besuch in Rom von einer "sehr ernsten Angelegenheit". Er kündigte an: "Deshalb wird das jetzt sehr sorgfältig, sehr intensiv und sehr zügig aufgeklärt. Das ist auch notwendig." 04. März teilte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit, es werde wegen der Affäre zunächst keine personellen Konsequenzen geben. Er sagte gegenüber Medien, dass „Die Offiziere haben das getan, wofür sie da sind. Sie seien sich „zu jedem Moment der Besprechung" im Klaren gewesen, dass „die Linie einer Kriegsbeteiligung nicht überschritten wird". Kein einziges Wort über den Inhalt des abgehörten Gesprächs.

Laut Bild am Sonntag prüft der Militärische Abschirmdienst (MAD), ob eines der Handys gehackt wurde oder ob die Offiziere Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten haben. Nach Informationen des Blattes wurde für die Schaltkonferenz keine geschützte Leitung benutzt, sondern das Gespräch "mit dem amerikanischen Konferenzprogramm "Webex" über eine Festnetzleitung der Bundeswehr auf die Mobiltelefone der Soldaten abgesetzt".
In der Konferenz erörtern vier Offiziere, darunter Luftwaffenchef Ingo Gerhartz, Einsatzszenarien für den Taurus zur Vorbereitung eines Gesprächs mit Pistorius. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass eine baldige Lieferung und ein schneller Einsatz nur mit Beteiligung deutscher Soldaten möglich sei. Eine Taurus-Ausbildung ukrainischer Soldaten dauere Monate. Erörtert werden verschiedene Möglichkeiten, um eine direkte Beteiligung der Bundeswehr bei einem Taurus-Einsatz zu verschleiern. So könne die Herstellerfirma die benötigten Zieldaten übermitteln oder diese per PKW über Polen geliefert werden. Als Ziele werden die von Russland gebaute Krimbrücke sowie Munitionsdepots auf der Halbinsel diskutiert. Erwähnt wird die Anwesenheit britischer Soldaten in der Ukraine zur Hilfe beim Starten britischer und französischer Marschflugkörper (SCALP/Storm Shadow). Gerhartz nennt im Vergleich zu diesen Taurus ein "Super-Tool", andere Beteiligte sprechen von einem "Alleinstellungsmerkmal" (wahrscheinlich die hohe Reichweite) bei den Fähigkeiten der deutschen Waffe.

Die Union liest aus dem Gespräch heraus, dass eine Beteiligung deutscher Soldaten bei einem Taurus-Einsatz durch die Ukraine technisch nicht zwingend erforderlich ist. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte dem Spiegel am Samstag, der Kanzler begründe seine Ablehnung von Lieferungen "möglicherweise mit einer Falschdarstellung". Er forderte eine Regierungserklärung, ein Untersuchungsausschuss könne nicht ausgeschlossen werden. Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter sprach im ZDF von "Falschbehauptungen" des Kanzlers. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" erklärte Kiesewetter am Sonntag: ,,Es verdichten sich leider Hinweise, dass offensichtlich ein russischer Teilnehmer sich in die Webex eingewählt hat und dass offensichtlich nicht auffiel, dass dort eine weitere Zuwahlnummer war." SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich rief am Sonntag in einem Interview mit dpa die Union zur Mäßigung auf: ,,Untersuchungsausschüsse zu fordern, ist das gute Recht der Opposition". Gleichwohl sollte man erst einmal die Ermittlungen abwarten.

Ich persönlich bin von der Naivität einiger Politiker überrascht. Glaubten Pistorius, Kiesewetter oder wer auch immer allen Ernstes, dass Russland Deutschland und insbesondere die Bundeswehr nicht abhört?!
Wie naiv ist der Mann bitte? Natürlich tuen sie das. Der BND wird Russland garantiert auch belauschen. Was der BND kann, kann der GRU schon lange.
Es wird mal wieder mehr Tamtam um etwas gemacht, als es nötig wäre. Dass der Taurus früher oder später in der Ukraine eingesetzt wird, ist nur eine Frage der Zeit. Scholz ist bisher immer eingeknickt, wenn es um die Lieferung schwerer Waffen an die WSU ging. Wieso sollte es diesmal anders laufen? Einzig der Aufwand der betrieben wird um Ihn (und wahrscheinlich auch indirekt die Bevölkerung) zu überzeugen ist ungewohnt. Geschichte widerholt sich bekanntermaßen nicht, sie ähnelt sich aber.

von ASKL

Nicht für die Bauern, lieber gegen Rechts

Wie Lifestyle-Linke sich für die Ziele der Regierung vor den Karren spannen lassen

Dieser Tage finden deutschlandweit Demonstrationen unter dem Motto „gegen Rechts“ oder „für ein AfD-Verbot“ statt. Wer hier den aufrichtigen antifaschistischen Kampf sucht, wird aber nicht fündig. Stattdessen wird er Zeuge einer von der Regierung orchestrierten Kampagne gegen die AfD, die zwei Ziele hat: die Partei vor den diesjährigen Europa- und Landtagswahlen zu diskreditieren und von den derzeit immer noch laufenden Bauernprotesten abzulenken. Regierungspolitiker werben für diese Veranstaltungen, als sei die AfD in diesem Land die größte Gefahr für die Demokratie - und nicht etwa der Kapitalismus, der Lobbyismus oder auch die stetige Schmälerung der Meinungsfreiheit und die Spaltung der Gesellschaft.

Ursprung der „Bewegung“ war ein Artikel von Correctiv, auf den Gert Ewen Ungar in einem Text bereits ausführlich eingegangen ist, auf den ich an dieser Stelle gern verweisen möchte, um nicht erneut das Thema behandeln zu müssen. Denn darum geht es hier nicht. Auch auf die anschließende Unterschriftenkampagne von Campact, die dem Thüringer AfD Landeschef Björn Höcke die Grundrechte entziehen möchte, will ich mich nicht nochmal detailliert stürzen. Ich werde an dieser Stelle dazu nur sagen, dass ich sie zu radikal finde und dass eine solche Forderung, sollte sie umgesetzt werden, Türen öffnet, die ich als sehr beängstigend empfinde. Der Entzug von Grundrechten ist ein extrem weitreichender Schritt, hinter dem man als Demokrat kaum stehen kann.

Überhaupt ist der neue vermeintliche Kampf gegen Rechts vor allem denen dienlich, denen die wachsende Sorge über Wahlprognosen der AfD förmlich ins Gesicht geschrieben steht: den Mitgliedern der Regierungsparteien. Die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg drohen zum Fiasko zu werden. Hier hat die AfD besonders starke Umfragewerte – warum das so ist? Vermutlich, weil die Menschen auf dem Boden der ehemaligen DDR häufig kritischer gegenüber und in höherem Maße unzufrieden mit dem Handeln der Regierung sind. Das hat sowohl politische, als auch wirtschaftliche Gründe. In jedem Fall fühlen sich viele nach Corona, Ukraine-Krieg, Inflation, explodierenden Lebenshaltungskosten und der massiv angestiegenen illegalen Zuwanderung von den Altparteien nicht mehr repräsentiert und suchen nach einer Alternative an der Wahlurne, die sie in der AfD vermuten. Dass eine populistische Partei, die sich in jeder neuen politischen Situation mit genau den Parolen präsentiert, die den Kritikern des Regierungskurses gefallen, keine wahre Alternative ist, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Ein vernünftiger Politiker sollte sich in der aktuellen Situation jedenfalls denken: „Warum sind diese Menschen so unzufrieden? Was kann ich als Repräsentant des Volkes dagegen tun? Muss ich womöglich meinen Kurs ändern, weil ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung mit meiner Politik überhaupt nicht einverstanden ist?“
Natürlich wird das aber nicht getan. Stattdessen reagiert man in Berlin auf diese Gegebenheiten wie die sprichwörtliche Axt im Walde: Es wird versucht, den vermeintlichen politischen Gegner zu diskreditieren oder gar zu verbieten. Dass Letzteres mit Demokratie wenig zu tun hat, scheint dabei niemanden zu stören. Überhaupt ist „Demokratie“ mittlerweile nicht mehr als ein hohler Kampfbegriff, mit dem man Kritiker und Andersdenkende bekämpfen kann, indem man sie als Feinde derselbigen labelt.

Neben der Schmutzkampagne gegen die größte Oppositionspartei hat der aktuelle „Protest“ aber noch ein weiteres Ziel: er ist eine willkommene Ablenkung von den rechtmäßigen Demonstrationen der Bauern und Unternehmer. Neben dem Höfesterben, das vor allem kleine landwirtschaftliche Familienbetriebe betrifft, hat auch der Mittelstand in den letzten Jahren stark gelitten. Lockdowns während der Corona Jahre und die explodierten Energiekosten, die auf den Ukraine-Krieg zurückgeführt werden, haben kleinen und mittleren Unternehmen vielerorts schweren Schaden zugefügt. Profitiert haben wie üblich große Konzerne, deren Marktstellung sich weiter monopolisiert.
Dass Menschen, die durch die wirtschaftliche Situation, die sich dank der Entscheidungen der Ampelkoalition zunehmend verschlechtert, benachteiligt werden und mit ihrer Kritik auf die Straßen drängen – was ein natürliches Recht in einer Demokratie ist – ist nicht verwunderlich und im Gegenteil, sogar löblich.
So kann ein demokratisches Geschehen und ein Diskurs zwischen Volk und Volksvertretern lebhaft gestaltet und gehalten werden.

Für die Regierungspolitiker, die sich immer weiter im sinnbildlichen Elfenbeinturm verschanzen, ist dieser Protest aber sehr unangenehm und muss unbedingt medial klein gehalten, politisch diskreditiert und im Keim erstickt werden. Niemand möchte doch mit unzufriedenen Bürgern auf den Straßen deutscher Großstädte und auf den Titelseiten großer Zeitungen konfrontiert werden, die das Scheitern einer von Anfang an fehlgeleiteten Politik sichtbar machen.
Viel schöner ist es stattdessen, große Mengen an Menschen für ein „gutes“ und politisch gewolltes Ziel auf die Straße zu bringen: den ewigen und unerschütterlichen Kampf gegen Rechts!
Was mittlerweile alles als „rechts“ definiert wird und wieviel Sinn diese modernen Definitionen machen in einer Zeit, in der das Wort „Nazi“ inflationär gebraucht und beinahe schon auf jeden Regierungskritiker angewendet wird, darüber kann und sollte man unbedingt mal streiten. Aber nicht hier und nicht jetzt.

Hier geht es um die Menschen, denen die aktuelle Bewegung äußerst gelegen kommt, weil sie sich in gewohnter Manier und ausufernder Selbstgerechtigkeit permanent profilieren müssen um sicherzustellen, dass sie zu jeder Zeit und in jeder Situation die Guten sind. Die Lifestyle-linken Tagesschau Fans, die ihr Gewissen mit veganer Ernährung, Bike Commuting und nachhaltig produzierter Bekleidung beruhigen, fühlen sich vom viel beschworenen Kampf gegen Rechts besonders angesprochen. Während nicht wenige von ihnen vor zwei Jahren vermutlich gern noch den ungeimpften Nachbar in die Wüste geschickt hätten, wollen sie heute den AfD wählenden Onkel oder den Kollegen, der es wagt die Waffenlieferungen an die Ukraine anzuzweifeln, mit großer Begeisterung ausgrenzen, als „rechts“ oder „rechtsextrem“ brandmarken und gesellschaftlich  ruinieren. Denn das ist neben Gendern, Klimaschutz und Transrechten eines der wichtigsten Anliegen um unsere vermeintliche Demokratie zu retten.
Mal ehrlich, wer braucht schon Frieden, Abrüstung, soziale Gerechtigkeit und den Kampf gegen den Kapitalismus? Das ist doch alles politischer Schnee von gestern.

Wenn ein Mensch mit urlinkem Gedankengut also auf diese von der Regierung beworbenen Demonstrationen schaut, sollte ihm unweigerlich folgender Gedanke kommen: „Kann ich das unterstützen?“
Die klare Antwort ist nein.
Und ich möchte sie gern aus meiner persönlichen Perspektive begründen. Zunächst einmal macht sich ein Linker nicht mit den Anliegen des Establishments gemein. Das Establishment in einem kapitalistischen System ist und bleibt immer der Gegner. Politiker, die mit großem Eifer in die eigene Tasche wirtschaften, an sozialen Anliegen im Staat sparen, die Bevölkerung mittels Propaganda und Ideologie für Krieg und den eigenen Ruin indoktrinieren (Wem kommt da nicht König Théoden in den Sinn, der seine Eorlingas mit „Reitet zur Vernichtung und zum Ende der Welt! TOD!“ auf den bevorstehenden Endkampf einschwört? Aber der hatte wenigstens ein vertretbares Ziel.), ständige Diener des Lobbyismus sind und sich für die Konflikte einer Großmacht einspannen lassen und diese mit enormen finanziellen Mitteln unterstützen, auch wenn das Tod und Vertreibung bedeutet, SIND der Feind.

Daran gibt es nichts, aber auch gar nichts zu rütteln.

Weiterhin ist das Bestreben eine legitim gewählte Partei, auch wenn sie einem nicht gefallen mag, zu verbieten um ihren politischen Siegeszug zu beenden, in hohem Maße undemokratisch. Wollten wir Linken nicht immer mehr Demokratie anstatt weniger? Jetzt jedenfalls begibt sich dieser Staat auf einen Weg, den wir nur entfernt aus Ländern wie der Ukraine kennen, in denen Oppositionsparteien gänzlich verboten und politische Gegner verfolgt und eingesperrt werden, damit die Regierung ihren tödlichen Kurs unbehelligt fortsetzen kann.
Währenddessen stehen Kids, die sich für antifaschistisch und links halten, mit Holocaust-verharmlosenden Plakaten gegen die AfD auf der Straße und haben im Übrigen gegen den Genozid an den Palästinensern in der Regel überhaupt nichts einzuwenden, weil ihnen von Eltern, Lehrern und Medien beigebracht wurde, dass Israel und Judentum praktisch das Gleiche sind und wir Deutschen historisch betrachtet eine ewige Schuld gegenüber beidem haben.
Wo soll das noch hinführen?

Der Weg eine populistische Partei wie die AfD in die politische Bedeutungslosigkeit zu führen – was doch das erklärte Ziel von den vermeintlichen Linken ist? - kann nur über einen legitimen Weg geschehen. Nämlich, indem Altparteien oder neue Parteien wie das "Bündnis Sahra Wagenknecht" endlich die Politik machen, die der gemeine Bürger sich wünscht und die er auch braucht. Eine Politik, die den Bedürfnissen der Bevölkerung zugute kommt, anstatt gegen sie zu wirken.
Eine Politik, die nicht von Lobbyismus, den Anliegen großer Konzerne oder anderer Staaten geleitet wird, sondern von aufrichtigen Volksvertretern, die ihren Job ernst nehmen, mit ganzem Herzen dahinter stehen und ihre Seele nicht für dreißig Silberlinge verkaufen.
Eine Politik, die Demokratie, Diskurs und Meinungsvielfalt fördert, anstatt unliebsame Meinungen im Keim ersticken zu wollen und die Gesellschaft zu spalten.
Eine Politik, die nicht versucht ihre eigenen Ziele mittels Propaganda in die Bevölkerung zu tragen um ihre Entscheidungen zu rechtfertigen, sondern die tatsächlichen Anliegen der Menschen vertritt.

Solange diese Politik nicht existiert, kann ich persönlich für nichts, was dieser Staat tut, eintreten. Ich kann auch nicht für seine Absichten auf die Straße gehen.
Kein aufrichtiger Linker und auch sonst kein ehrlicher Demokrat kann das mit seinem Gewissen vereinbaren.

Stattdessen werde ich für die Sorgen und Bedürfnisse meiner Mitmenschen eintreten, die die politische Entwicklung in diesem Land mit der gleichen wachsenden Sorge betrachten wie ich. An ihrer Seite werde ich stehen, meine Kritik an den „Repräsentanten“ des Volkes lautstark äußern und das tun, was ein Linker eben tun sollte: ein verlogenes und moralisch verkommenes Establishment anprangern. Stets auf der Seite der Unterdrückten stehen, statt auf der der Unterdrücker.
Ein aufrichtiger Proletarier sein, der mit anderen aufrichtigen Proletariern für soziale Gerechtigkeit kämpft.
Denn eins dürfen wir nie vergessen… Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern. Sie verlaufen noch nicht einmal zwischen Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten. Die Grenzen verlaufen zwischen Oben und Unten.

von NIKITA

Philosemitismus

Das Problem der "bedingungslosen" Unterstützung Israels 

Deutschlands Jüdinnen und Juden haben seit dem 07. Oktober vermehrt mit Anfeindungen zu kämpfen: eine zutiefst beschämende Tatsache, hat das Land doch alles darangesetzt, seine faschistische Vergangenheit aufzuarbeiten und den Anti-Antisemitismus und die bedingungslose Unterstützung Israels zur Staatsräson zu machen. Letzteres ist für einige eben das Problem: die "bedingungslose" Unterstützung des Staates Israel.

Einigen jüdischen Mitbürgern geht es nicht um das vielerorts beklagte Fehlen der Empathie angesichts der zu verurteilenden Attacken vom 07. Oktober. In einem offenen Brief beschrieben mehr als hundert in Deutschland lebende jüdische Schriftsteller, Journalisten, Wissenschaftler und Künstler ein politisches Klima, in dem jede Form des Mitleids mit palästinensischen Zivilisten mit der Unterstützung von Hamas-Terroristen gleichgesetzt wird. Die Folgen sind Verstöße gegen die Bürgerrechte und das Canceln ­kultureller Veranstaltungen und die Gefährdung des demokratischen Rechts auf Dissens.
Dass Deutschland hier einen paternalistischen Philosemitismus praktiziert, indem es meint, andersdenkende Juden belehren zu müssen über ihr Jüdisch sein und über die einzige korrekte Haltung in diesem Krieg, wirkt besonders absurd, wenn es jüdische Mitbürger sind, die diese unbequeme Beobachtung aussprechen müssen. Kritik am Staat Israel wird schnell mit Antisemitismus gleichgesetzt; statt vernünftiger Argumente findet man eine Kultur des Vermeidens, ein synchronisiert wirkendes Schweigen. Eine Methode die in den letzten Jahre nur zu gut funktioniert hat.

Deutschlands bedingungslose Unterstützung des Staates Israels halte das Land davon ab, „das Töten von Zivilisten in Gaza zu verurteilen, während es sich erlaubt, die Bedrohung anders denkender Juden zu ignorieren, in Deutschland wie auch in Israel“, wie die deutsch-amerikanische Autorin Deborah Feldman schreibt. Viele der Menschen, die am 07. Oktober ermordet wurden, hatten sich einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts verpflichtet. Doch sie seien, so Feldman, zugunsten der radikalen Siedler in der West Bank nicht geschützt worden: „Für viele liberale Israelis ist das Versprechen des Staats, Sicherheit für alle Juden zu gewährleisten, entlarvt worden als selektiv und an Bedingungen geknüpft“.
Die Lage ist aufgeheizt, doch es müsste möglich sein, einige Tatsachen gleichzeitig denken und aussprechen zu dürfen: das Recht Israels, sich zu verteidigen; dass nach Angaben des der Hamas unterstehenden Gesundheitsministeriums in Gaza bereits über 15.000 Zivilisten getötet worden seien; die von der von Hamas verübten Angriffe und Endführungen; die Vertreibung von knapp zwei Millionen Menschen und die Zerstörung ihrer Häuser und Städte. Stattdessen wird in Gut und Böse, Schwarz und Weiß argumentiert.

Das Verhältnis Deutschlands zu seiner Vergangenheit ist „kompliziert“, heißt es: es gibt auch ein Trauma des Täters, das in einem langen, schmerzhaften Prozess aufgearbeitet werden muss. 
Über die letzte documenta-Ausstellung und die propalästinensische BDS-Kampagne, die von einem Bundestagsbeschluss 2019 als antisemitisch eingestuft wurde, weil sie die Existenz Israels in Frage stelle, wurde heftig debattiert, doch man sucht vergeblich nach einer öffentlichen Diskussion, die sich mit der konkreten Realität Israels oder mit der Zukunft seiner Bewohner auseinandersetzt.
Deutschland, so Feldman, fetischisiere das Jüdisch sein; tatsächlich kann dem Land eine zwanghafte Beziehung zur eigenen Vergangenheit attestiert werden: Ein immer noch nicht verarbeitetes Ressentiment wird auf Randgruppen projiziert und die muslimischen Mitbürger beispielsweise für den wachsenden Antisemitismus verantwortlich gemacht. Doch die Statistiken belegen, dass Judenhass kein reiner Import ist.
Unlängst schrieb der preisgekrönte israelische Journalist Haggai Matar, die einzige Möglichkeit, die Palästinenser daran zu hindern, sich gegen ihre Unterdrücker aufzubegehren, bestehe darin, die Unterdrückung und die Verweigerung ihrer Rechte zu beenden. „Es wird Gerechtigkeit, Sicherheit und eine lebenswürdige Zukunft für uns alle geben oder für keinen von uns“. Es wird zunehmend klar, gerade unter Israelis, dass es keine „Ausrottung“ von Terror geben kann, wenn die Ursachen dieses Terrors nicht beseitigt werden.

„Wer sich für unschuldige Kinder in Flüchtlingslagern einsetzt, wer sich einbringt für universelle Menschenrechte und damit für die Lehren, die aus dem Zweiten Weltkrieg gezogen werden mussten, der ist kein Antisemit. Jede andere Behauptung ist Gaslighting“, so Feldman. In ­Haaretz warnt die israelische Journalistin Amira Hass davor, einem verwundeten, verletzten Israel einen „Blankoscheck [zu] geben, zum hemmungslosen Töten, Zerstören und Pulverisieren“.
Vielleicht kann Deutschland im Laufe dieser Tragödie erkennen, dass seine Verantwortung aus dem Holocaust – die größte Lehre seiner entsetzlichen Geschichte – darin besteht, den Mechanismen der Dehumanisierung, der Diskriminierung und der Gewalt gegenüber allen marginalisierten Gruppen entgegenzuwirken, wo immer sie praktiziert werden.
Dass ein Vizekanzler mit einer jungen Schriftstellerin im Fernsehen diskutiert, bei Markus Lanz mit Deborah Feldman – das Äquivalent in den USA wäre in etwa Kamala Harris, die mit Ta-Nehisi Coates debattieren würde, eine angesichts der hermetischen Kreise der Macht nahezu unmögliche Vorstellung –, lässt hoffen.

von ASKL

Bärendienst am Anti-Antisemitismus

Musiker Gil Ofarim gesteht Falschanschuldigung

Vor fast zwei Jahren erschütterte eine beispiellose Meldung die Bundesrepublik: Hat ein Mitarbeiter eines Leipziger Hotels den Musiker Gil Ofarim (41), antisemitisch beleidigt? Daraus entwickelte sich ein waschechter Justizkrimi. Erst erstattete Ofarim Anzeige gegen den Hotelmitarbeiter und später zeigte der Hotelangestellte Ofarim wegen Verleumdung an. Noch bevor sich auch nur ein Richter dieses Falls annahm gab es Solidaritätskundgebungen für Ofarim und gegen Antisemitismus. Der Schuldige stand sofort Fest, obwohl es in den Ausführungen des Herren Ofarim einige Ungereimtheiten gab. Erst am 28. November 2023 fiel schließlich das Urteil. Ofarim wurde, nach seinem Geständnis, der Verleumdung schuldiggesprochen zu einer lächerlichen Geldstrafe von gerade einmal 10 Tausend Euro verurteilt. Viel zu spät und der Schaden im Kampf gegen den Antisemitismus ist immens.

Ofarim hat gelogen. Er wurde vor zwei Jahren in einem Leipziger Hotel weder antisemitisch beschimpft noch trug er, wie er stets versichert hatte, offen vor seiner Brust den Davidstern, das Symbol des Judentums und für einige gleichzeitig des israelischen Volkes.
Warum Ofarim die ganze Zeit die Unwahrheit gesagt hatte, mehr noch, felsenfest darauf bestand, dass das Video, mit dem er damals den Hotelmanager des Antisemitismus beschuldigt hatte, genauso wieder zu drehen, lässt sich nicht sagen. Brauchte der Herr Aufmerksamkeit? Wollte er sich für wen auch immer Interessanter machen? Wollte der kleine, fragile Narzisst wieder gestreichelt werden? Wollte er aus dem Schatten seines wesentlich bekannteren Vaters Abi Ofarim treten? (...)
Mal im Ernst: Über zwei Jahre beharrlich auf einer Lüge zu beharren und diese erst zugeben, wenn man vor Gericht steht, ist doch nicht normal! Dass erwachsene Menschen für Aufmerksamkeit lügen ist spätestens seit dem Social Media-Zeitalter mit all seinen Influencern nichts neues. Bestes Beispiel dafür dürfte der Ex-Youtuber Reiner Winkler (aka Drachenlord) sein der alles tut um im Gespräch zu bleiben. Winker hat unter anderem seinen eigenen Tod vorgetäuscht, was bereits äußerst geschmacklos ist, aber die Antisemitismuskarte zuspielen und das bei der viel größeren Öffentlichkeit ist in meinen Augen noch schlimmer. Diese Karte in dem Land zuspielen, das einzig und allein für die menschenverachtenden Verbrechen des Holocaust verantwortlich ist, kann man mit nichts in der Welt rechtfertigen und ist das absolut hinterletzte! 
Was genau Ofarims Plan für diese Shitshow war, weiß der 41-Jährige wahrschein selbst nicht mehr. 
Was auch immer es war, es möge seiner persönlichen und beruflichen Reputation nachhaltig schaden und möge er nie mehr irgendwo auftreten.

Wesentlich größer ist der politische und gesellschaftliche Schaden, den dieses Unikat angerichtet hat. Erst recht in diesen Monaten, in denen Jüdinnen und Juden weltweit angegriffen werden und für das Vorgehen der Regierung Netanjahu gegen die palästinensische Bevölkerung mit verantwortlich gemacht werden. Ganz zu schweigen von dem seit Jahrhunderten bestehenden Antisemitismus in dem Juden alles mögliche vorgeworfen wird und Lügen über sie verbreitet werden. Überall in der Welt verstärkt sich der Antisemitismus und Ressentiments wachsen gegen Juden. Ja. Ofarims Märchen begann bereits vor zwei Jahren, doch auch damals wurde (wenn auch nicht so auffällig) gegen Juden gehetzt und genau dann mit einer solchen Scharade aufzufahren ist echt das Allerletzte!
Schon damals hätte er wissen müssen (oder wusste), welche Folgen seine erstunkenen und erlogenen Behauptungen haben – und dafür die nötige Portion Sensibilität aufbringen können. 

Dieser Fall hat auch eindrucksvoll weitere Gefahren aufgezeigt, wie zum Beispiel die Gefahr "soziale Medien".
Viele glaubten dem Video von Ofarim blind und es ging ein gefährlicher ein Shitstorm sondergleichen gegen das Hotel und seine Mitarbeiter los, inklusive Auflauf und üblen Beschimpfungen vor dem Hotel.
Wo sind jetzt all die Scheißestürmer? Wenn sie auch nur etwas Anstand hätten, dann würden sie nochmals vor das Hotel kommen um sich zu entschuldigen. Es will wieder niemand mitgemacht haben. Man kennt es.
Aber auch die Medien haben sich nicht mit Ruhm bekleckert und die Antisemitismusfahne gegen Leipzig gehisst. Das darf man ihnen nicht so einfach durchgehen lassen. Von BILD und der Springer-Presse erwartet man nichts anderes, doch die gesamte deutsche Medienlandschaft hat bei diesem geschmacklosen Spiel mitgemacht. 
Wenn man so darüber nachdenkt ist es einfach geisteskrank:
Mit einem kurzen Video kann man die öffentliche Debatte in Deutschland komplett auf den Kopf stellen. Klar. Solidarität mit opfern von Antisemitismus ist wichtig, doch sollte man wenigstens paar Minuten nachdenken und nicht stumpf Symbolpolitik verfolgen. Ich bin so frei und behaupte, dass weit mehr als 90 Prozent der Bevölkerung gegen Antisemitismus sind und diese sich gegen ihn einsetzen, aber doch nicht so wie in diesem Fall! Man sollte dringend an der deutschen Empörungskultur arbeiten.

Dem Kampf gegen Antisemitismus hat Gil Ofarim extremst geschadet, Juden wird, wenn sie von Angriffen gegen sich berichten, möglicherweise nicht selten die Glaubwürdigkeit abgesprochen. Und sie werden sich infolge wachsender Judenfeindlichkeit gewiss noch öfter in ihren Wohnungen verschanzen und die Öffentlichkeit meiden. Dieser Fall ist Wasser auf die Mühlen der wahren Antisemiten. 
Für das friedliche Miteinander ist das nicht förderlich, der ohnehin schon fragile Zusammenhalt der Gesellschaft wird dadurch weiter geschwächt. Danke für nichts Gil!

von ASKL

Zehn Jahre "Euromaidan"

Der Anfang allen Übels für die Ukraine

Vor genau zehn Jahren begann der als "Euromaidan" beschönigte prowestliche Staatsstreich in der Ukraine.
Im August 2013 bildeten sich an der ukrainisch-russischen Grenze lange LKW-Staus. Lebensmittel verdarben in der Sommerhitze. Offizielle Begründung für die Verzögerungen von russischer Seite: ein Testlauf für die Zollkontrollen, die eingeführt werden sollten, sobald die Ukraine das damals im Raum stehende Assoziierungsabkommen mit der EU abgeschlossen haben würde. Die Botschaft Moskaus war klar: der Regierung des damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch zu demonstrieren, was auf die ukrainische Exportwirtschaft zukommen würde, wenn Kiew den Pakt mit Brüssel unterzeichnen sollte.

Hintergrund der Spannungen war die sogenannte "Östliche Nachbarschaftspolitik" der Europäischen Union. Sie war ein Instrument, das sich die EU 2008 ausgedacht hatte, um die Staaten jenseits ihrer Ostgrenze von Aserbaidschan bis zur Ukraine der russischen Einflusszone zu entziehen. Das Mittel: die Übernahme des sogenannten "acquis communautaire" – der gesamten Rechtsordnung der EU bis hin zu technischen Normen für Schrauben und Dübel – durch die sogenannten Partnerländer. Das Ziel: politisch die Schaffung genau dessen, was die EU Russland seit dem Ende der Sowjetunion als Anspruch absprach: ein "nahes Ausland"; einschließlich der Einbeziehung des Militärs der Partnerländer in sogenannte EU-Friedensmissionen und des Rechts zur Einmischung in deren innere Angelegenheiten. Am ukrainischen Beispiel bedeutete dies den Versuch der damaligen Bundesregierung, die "europäische Integration" der Ukraine davon abhängig zu machen, dass die ukrainische Justiz die innenpolitische Hauptgegnerin von Wiktor Janukowitsch, Julia Timoschenko, aus der Haft entließ. Timoschenko hatte es geschafft, sich der CDU-geleiteten "Europäischen Volkspartei" als Partnerin anzudienen. Für diese Bestrebungen erfand die staatsnahe Politologie den Begriff der "Integrationskonkurrenz".

In der Zwischenzeit lockte Russland die Ukraine mit der Aussicht auf einen Beitritt zur russisch präsidierten
Eurasischen Freihandelszone und dem zollfreien Zugang ihrer Industrie zu einem Großteil des postsowjetischen Absatzmarktes. Wiktor Janukowitsch versuchte in traditionell ukrainischer Manier, zwischen beiden Lagern zu lavieren und auszuhandeln, dass sein Land in beiden Wirtschaftszonen Mitglied sein dürfte. Die EU lehnte brüsk ab: Kiew müsse sich entscheiden. Und Janukowitsch entschied sich: beim EU-Gipfel im litauischen Vilnius im November 2013 forderte er zunächst eine Verschiebung der Frist, um noch ein Abkommen über eine Finanzspritze von Russland unter Dach und Fach bringen zu können. Und als ihm dies verweigert wurde, weigerte er sich, das Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen.
Hierauf reagierte der ukrainische Onlinejournalist und Mitarbeiter des mit US-Geld gegründeten Nachrichtenportals "Ukrainska Pravda", Mustafa Najem, mit einem Facebook-Posting: ,,Ich gehe heute auf den Maidan. Wer kommt mit?" Aber die Legende über den spontanen Aufstand der proeuropäischen ukrainischen Zivilgesellschaft ist im besten Fall die eine Seite der Medaille. Offenkundig waren die Proteste von langer Hand vorbereitet worden. Seit September 2013 war ein Onlinefernsehsender namens Hromadske telebatschennja (zu deutsch Bürgerfernsehen) sendebereit – finanziert wurde er von allerhand Stiftungen vor allem aus den USA und den Niederlanden. Pünktlich zum Beginn der Proteste ging Hromadske auf Sendung und übertrug die Versammlungen auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz live und rund um die Uhr.

Die Besetzung öffentlicher Räume war in der Ukraine seit den Protesten des nationalistischen Milieus gegen die Unterzeichnung eines neuen Unionsvertrags durch die Ukraine in der Endphase der Sowjetunion eine eingeübte Technik. Veteranen dieser Proteste saßen im Beirat von Hromadske und setzten unter anderem durch, dass Ukrainisch einzige Sendesprache sein sollte – was eine Stoßrichtung gegen den russischsprachigen Bevölkerungsteil implizierte. Und schon wenige Tage nach dem Beginn der Proteste in der Kiewer Innenstadt schlossen sich auf dem Maidan diverse rechtsextreme Wehrsportgruppen zu einer Dachorganisation namens "Rechter Sektor" zusammen und veranstalteten vormilitärische Trainings.
Etwa eine Woche lang schaute die Polizei dem Treiben tatenlos zu. Dann versuchte sie eine Räumung, gab diese aber auf halbem Wege auf – mit dem Ergebnis, dass das operative Ziel nicht erreicht wurde, aber doch einige Dutzend Demonstranten verletzt worden waren. Rituelle Opfer, die der weiteren Radikalisierung der protestierenden Menge Vorschub leisteten. Es begann die Zeit des kollektiven Hüpfens gegen die Kälte unter dem Slogan »Wer nicht mithüpft, ist Moskowiter«. Parallel dazu wurden linke, gewerkschaftliche und feministische Gruppen, die ebenfalls ihr Hühnchen mit dem Janukowitsch-Regime rupfen wollten und sich der Bewegung anfangs angeschlossen hatten, von dem vom »Rechten Sektor« kontrollierten Ordnungsdienst des "Euromaidans" vom Unabhängigkeitsplatz geprügelt. Es entstand eine Atmosphäre ähnlich der in den von deutschen Faschisten zeitweise angestrebten "national befreiten Zonen" – geschlossen nach innen, aggressiv gegen alle Andersdenkenden.

Über den Jahreswechsel schien die Bewegung gleichwohl einzuschlafen: Die Zahl der auf dem Maidan Kampierenden ging deutlich zurück. Die Taktik der Regierung, die Proteste auszusitzen, schien aufzugehen. Bis Mitte Januar 2014 die Militanten einen Zacken zulegten, ihre Barrikaden ausdehnten und begannen, die das Regierungsviertel schützende Polizei mit Waffen und Brandsätzen anzugreifen. Dabei wurden teilweise auch Molotowcocktails mit Beimischung von Phosphor verwendet. Als die Regierung daraufhin versuchte, das Demonstrationsrecht an BRD-Standards anzupassen und die Bewaffnung und Vermummung auf Demonstrationen zu verbieten, wurde ihr das in großen Teilen der westlichen Öffentlichkeit als Knebelung der Demokratie ausgelegt. In der Provinz begannen parallel dazu nationalistische Kampftrupps, Polizeiwachen und Kasernen zu stürmen, um sich der dort gelagerten Waffen zu bemächtigen. Im Westen der Ukraine gelang dies ohne größeren Widerstand, weil die Regierung Janukowitsch dort erstens unbeliebt war und sie zweitens im Offizierskorps durch ihr Zaudern bei der Unterdrückung des Widerstands Zweifel an ihrer Entschlossenheit geweckt hatte.

Während sich die Atmosphäre auf dem Maidan von Tag zu Tag radikalisierte und zuspitzte, setzte der Westen zur direkten Einmischung an. Es reichte nicht mehr, sich als Politiker auf dem Maidan mit den vermummten Faschistenfotografieren zu lassen. Mitte Februar traf eine dreiköpfige Verhandlungsdelegation der EU in Kiew ein und nötigte Präsident Janukowitsch, den Demonstranten einen vorzeitigen Rücktritt als Bedingung für ein Ende der Gewalt anzubieten. Aber die EU-Verhandlungsinitiative wurde – unter anderem unter Vermittlung der USA, die laut ihrer Vizeaußenministerin Victoria Nuland auf die EU ,,scheißen" und die Führer des Maidan durch Anrufe aus der Botschaft im Halbstundentakt dirigierten – von den Faschisten mit ihrer Militanz auf der Straße sabotiert.

Am 19. Februar stürmten rechtsextreme Kampftrupps das Regierungsviertel. Dabei wurden durch Schüsse, deren Urheberschaft bis heute nicht geklärt worden ist, Dutzende der Angreifer, aber auch mehrere Polizisten getötet. Einiges deutet darauf hin, dass das Feuer aus dem Rücken der angreifenden Demonstranten, also von der Maidan-Seite, eröffnet wurde. Das Ergebnis war die Flucht Janukowitschs aus Kiew und die Machtübernahme der rechten Junta um Arkadij Jazenjuk, Witali Klitschko und Oleg Tjagnibok von der faschistischen Swoboda-Partei. Der Rest ist Geschichte. Den fünf Milliarden Dollar, welche die USA laut Victoria Nuland im Vorfeld des Maidan für die "Demokratieförderung" in der Ukraine ausgegeben hatten, mussten sie inzwischen ein Vielfaches nachschießen. Aber das politische Ziel war erreicht: die Ukraine aus einem politisch ambivalenten Staatswesen in ein antirussisches Bollwerk zu verwandeln.

Aus den Ereignissen des Maidan-Putschs entwickelte sich zunächst ein acht Jahre andauernder Bürgerkrieg im Osten der Ukraine, insbesondere im Donbass, wo die Bevölkerung permanent unter Beschuss des Kiewer-Regimes drangsaliert wurde. Um dem ein Ende zusetzen begann am 24. Februar 2022 die russische militärische Sonderoperation mit dem Ziel die Volksrepubliken Donezk und Lugansk zu befreien und das gesamte Gebiet der Süd- und Ostukraine zu befrieden.

von ASKL

Was geschah am 07. Oktober in Nahost?

Israel, Palästina und die Medien

Am 07. Oktober 2023 eskalierte der Nahostkonflikt zwischen dem Staat Israel und den Palästinensern auf ungewohnte härte. Es flogen (wie gewohnt) Raketen aus dem Gaza-Streifen und Hamas-Kämpfer drangen in Israelisches Staatsgebiet ein und nahmen einige Hundert Israelis als Geiseln. 
Es gibt Hinweise darauf, dass bis zur Hälfte der getöteten Israelis Kombattanten waren; dass die israelischen Streitkräfte für einige ihrer eigenen zivilen Todesfälle verantwortlich waren; und dass Tel Aviv falsche Geschichten über "Hamas-​Gräueltaten verbreitete," um seinen verheerenden Luftangriff auf palästinensische Zivilisten in Gaza zu rechtfertigen.
Zwei Wochen nach dem Ausbruchsangriff der Hamas auf Israel am 07. Oktober zeichnet sich nun ein klareres Bild davon ab, was passiert ist – wer starb und wer tötete.

Anstelle des von Israel behaupteten Großmassakers an Zivilisten zeigen unvollständige Zahlen der hebräischen Zeitung "Haaretz", dass fast die Hälfte der an diesem Tag getöteten Israelis tatsächlich Kombattanten waren – Soldaten oder Polizisten.
In der Zwischenzeit hat die zweiwöchige breitflächige Berichterstattung westlicher Medien darüber, dass die Hamas bei ihrem Militärangriff am 07. Oktober angeblich etwa 1.400 israelische Zivilisten getötet habe, dazu beigetragen, die Emotionen zu schüren und das Klima für die uneingeschränkte Zerstörung des Gaza-Streifens und seiner Zivilbevölkerung durch Israel zu schaffen. Der Hass auf Palästinenser und Araber allgemein nahm ungeahnte Ausmaße an.
Berichte über die Zahl der israelischen Streitkräfte (IDF - Israel Defence Force) wurden gefiltert und so gestaltet, dass sie darauf hindeuten, dass es an diesem Tag zu einem Großmassaker an Zivilisten kam, bei dem Neugeborenen, Kinder und Frauen die Hauptziele eines Terroranschlags seien

Mittlerweile zeichnen detaillierte Statistiken über die Opfer, die von der israelischen Tageszeitung "Haaretz" veröffentlicht wurden, ein völlig anderes Bild. Mit Stand vom 23. Oktober hat die Zeitung Informationen über 683 Israelis veröffentlicht, die während der von der Hamas geführten Offensive getötet wurden, einschließlich der Namen und Orte ihres Todes am 7. Oktober.
Bei 331 Opfern bzw. 48,4 Prozent handelt es sich nachweislich um Soldaten und Polizisten, viele davon weiblich. Weitere 13 werden als Rettungsdienstangehörige beschrieben, die restlichen 339 sind Zivilisten.
Obwohl diese Liste nicht vollständig ist und nur etwa die Hälfte der von Israel angegebenen Todesopfer ausmacht, werden fast die Hälfte der beim Angriff Getöteten eindeutig als israelische Kombattanten identifiziert.

Es wurden bisher auch keine Todesfälle von Kindern unter drei Jahren registriert, was das israelische Narrativ in Frage stellt, dass Neugeborene von palästinensischen Widerstandskämpfern ins Visier genommen wurden. Es stellt sich heraus, dass das eigentliche Bild einen Welpen zeigt. Von den insgesamt 683 bisher gemeldeten Opfern waren sieben im Alter zwischen Vier und Sieben Jahren und neun im Alter zwischen Zehn und 17 Jahren. Die restlichen 667 Opfer scheinen Erwachsene zu sein.
Die Zahl und der Anteil der palästinensischen Zivilisten und Kinder unter denen, die in den letzten zwei Wochen durch israelische Bombardierungen getötet wurden liegt bei über 5.791 Toten, darunter 2.360 Kinder und 1.292 Frauen sowie mehr als 18.000 Verletzten. Die Zahlen sind weitaus höher als alle diese israelischen Zahlen aus den Ereignissen vom 07. Oktober.

Die von der Hamas angeführte Militäroperation mit dem Codenamen "Al-​Aqsa-​Flut" begann am 07. Oktober gegen 6:30 Uhr (Ortszeit)mit einem dramatischen Überfall im Morgengrauen. Begleitet wurde dies von einer Reihe von Sirenen, welche die Stille des besetzten Jerusalems durchbrachen und den Beginn eines außergewöhnlichen Ereignisses in der 75-​jährigen Geschichte des Besatzungsstaates signalisierten.
Nach Angaben des Sprechers des bewaffneten Flügels der Hamas, der Al-​Qassam-​Brigaden, überquerten rund 1.500 palästinensische Kämpfer die gewaltige Trennmauer zwischen Gaza und Israel.
Allerdings beschränkte sich dieser Ausbruch nicht nur auf Hamas-​Truppen; zahlreiche bewaffnete Kämpfer, die anderen Fraktionen wie dem Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) angehörten, durchbrachen später die Waffenstillstandslinie, zusammen mit einigen Palästinensern, die keiner organisierten Miliz angeschlossen waren.
Als sich herausstellte, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Widerstandsoperation handelte, strömten schnell Hunderte von Videos in die sozialen Medien, von denen The Cradle die meisten gesehen hat. Sie zeigen tote israelische Soldaten und Siedler, heftige Schusswechsel zwischen verschiedenen Parteien und die Geiselnahme von Israelis in den Gazastreifen.
Diese Videos wurden entweder mit den Handys von Israelis aufgenommen oder von palästinensischen Kämpfern veröffentlicht, die ihren eigenen Einsatz filmten. Erst Stunden später tauchten weitere grausame und ausgesprochen zweifelhafte Anschuldigungen auf.

Aviva Klompas, eine ehemalige Redenschreiberin der israelischen Mission bei den Vereinten Nationen, war die erste namhafte Israelin, die die Behauptung verbreitete, es gebe Berichte darüber, dass ,,israelische Mädchen vergewaltigt und ihre Leichen durch die Straße geschleift wurden".
Sie veröffentlichte dies am 07. Oktober um 21:18 Uhr (Ortszeit) auf Twitter, obschon in einem Meinungsartikel von ihr, der am 08. Oktober um 12:28  in der "Newsweek" erschien, von sexueller Gewalt keine Rede ist.
Klompas ist außerdem Mitbegründerin von "Boundless Israel", einem "Think-​Action-​Tank", der sich dafür einsetzt, ,,das Wissen über Israel wiederzubeleben und mutige kollektive Maßnahmen zur Bekämpfung des Judenhasses zu ergreifen". Eine zionistische, gemeinnützige Gruppe, die sich für die Verbreitung israelischer Narrative in den sozialen Medien einsetzt.

Der einzige Fall, der als Beweis für eine Vergewaltigung angeführt wurde, war der einer jungen deutsch-​israelischen Frau namens Shani Louk, die mit dem Gesicht nach unten auf der Ladefläche eines Pickups gefilmt wurde und allgemein für tot gehalten wurde.
Es war unklar, ob die Kämpfer, die mit Louk im Fahrzeug gefilmt wurden, Mitglieder der Hamas waren, da sie nicht die Uniformen oder Abzeichen der Al-​Qassam-​Truppen trugen, die in anderen Hamas-​Videos erkennbar waren – einige trugen sogar legere Freizeitkleidung und Sandalen.
Später behauptete ihre Mutter, Beweise dafür zu haben, dass ihre Tochter noch am Leben sei, aber eine schwere Kopfwunde erlitten habe. Dies trifft auch auf Informationen zu, die von der Hamas veröffentlicht wurden und denen zufolge Louk wegen ihrer Verletzungen in einem nicht näher bezeichneten Krankenhaus in Gaza behandelt wurde.
Problematisch ist auch, dass die Israelis an dem Tag, an dem diese Vergewaltigungsvorwürfe aufkamen, keinen Zugang zu diesen Informationen gehabt haben dürften. Ihre Streitkräfte hatten viele, wenn nicht die meisten der vom Widerstand befreiten Gebiete noch nicht betreten und waren immer noch an mehreren Fronten in bewaffnete Auseinandersetzungen mit ihnen verwickelt.
Dennoch nahmen diese Vergewaltigungsvorwürfe ein Eigenleben an, und sogar US-​Präsident Joe Biden behauptete in einer Rede Tage später, israelische Frauen seien von Hamas-​Kämpfern ,,vergewaltigt, angegriffen und als Trophäen zur Schau gestellt" worden. Es ist wichtig anzumerken, dass in dem Artikel von "The Forward" vom 11. Oktober berichtet wurde, das israelische Militär habe zugegeben, zu diesem Zeitpunkt über keine Beweise für solche Anschuldigungen zu verfügen.

Als die IDF später eigene Vorwürfe über Enthauptungen, Fußamputationen und Vergewaltigungen erhob, wies "Reuters" darauf hin, dass ,,das Militärpersonal, das den Identifizierungsprozess überwachte, keine forensischen Beweise in Form von Bildern oder Krankenakten vorgelegt hatte". Bisher wurden keine glaubwürdigen Beweise für diese Gräueltaten vorgelegt.
Andere empörende Anschuldigungen, wie die Geschichte, die Hamas habe ,,40 Babys enthauptet", machten Schlagzeilen und kamen auf die Titelseiten unzähliger westlicher Nachrichtenagenturen. Sogar Biden behauptete, ,,bestätigte Fotos gesehen zu haben, auf denen Terroristen Babys enthaupten". Die Behauptungen gehen auf den israelischen Reservesiedler und Soldaten David Ben Zion zurück, der zuvor gewalttätige Ausschreitungen gegen Palästinenser angezettelt und die Zerstörung der Stadt Huwara im Westjordanland gefordert hatte Es wurden nie Beweise für diese Behauptungen vorgelegt und das Weiße Haus selbst bestätigte später, dass Joe Biden solche Fotos noch nie gesehen hatte. Die meisten der gezeigten Beweise für diese Gräueltat lassen sich als Fälschung enttarnen, wie zum Beispiel ein durch KI manipuliertes Bild, welches ein angeblich verbranntes Neugeborenes zeigen soll. Dieses Beispiel weckt bei manch einem Erinnerungen an Bucha, wo sich die Medien auch auf das Ereignis stürzten und mutmaßlich voreilige Schlüsse zogen.

Es gibt kaum bis keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass palästinensische Kämpfer am 07. Oktober einen Plan hatten oder absichtlich versuchten, unbewaffnete israelische Zivilisten zu töten oder ihnen Schaden zuzufügen. Anhand des verfügbaren Filmmaterials können wir sehen, wie sie sich hauptsächlich mit bewaffneten israelischen Streitkräften auseinandersetzten, was den Tod von Hunderten von Besatzungssoldaten zur Folge hatte. Abu Obeida, Sprecher der Qassam-​Brigaden, machte am 12. Oktober deutlich:
,,Die Al-​Aqsa-​Flutoperation zielte darauf ab, die Gaza-​Division (eine israelische Armeeeinheit an den Grenzen des Gazastreifens) zu zerstören, die an 15 Punkten angegriffen wurde, gefolgt von Angriffen auf 10 weitere militärische Interventionspunkte. Wir griffen den Standort Zikim und mehrere andere Siedlungen außerhalb des Hauptquartiers der Gaza-​Division an."
Abu Obeida und andere Widerstandsfunktionäre behaupten, dass das andere Hauptziel ihrer Operation darin bestand, israelische Gefangene zu machen, die sie gegen die etwa 5.300 palästinensischen Gefangenen austauschen könnten, die in israelischen Haftanstalten festgehalten werden, darunter viele Frauen und Kinder.
Der stellvertretende Leiter des Hamas-​Politbüros von Saleh Al-​Arouri betonte in einem Interview nach der Operation: ,,Wir haben eine große und qualitativ hochwertige Anzahl leitender Beamter. Alles, was wir jetzt sagen können, ist, dass die Freiheit unserer Gefangenen vor der Tür steht."

Beide Seiten spielen dieses Spiel: Seit Beginn seines militärischen Angriffs auf Gaza hat Israel mehr als 1.200 Palästinenser im besetzten Westjordanland festgenommen und eingesperrt. Bisher gab es 38 Abkommen über den Gefangenenaustausch zwischen den Widerstandsgruppen und Tel Aviv – Abkommen, gegen die sich die Israelis oft bis zur letzten Minute sträubten.
Während Zeugnisse dieser Art durchsickern, tauchen Berichte auf, dass die israelischen Behörden die Misshandlung, Folter und sogar Tötung palästinensischer Gefangener in ihrem Gewahrsam verstärkt haben – ein Verstoß gegen die Genfer Konventionen, die ironischerweise ein nichtstaatlicher Akteur wie die Hamas buchstabengetreu befolgt zu haben scheint.
Im Zusammenhang mit den Ereignissen des 07. Oktober gibt es sicherlich einige Videos, auf denen möglicherweise unbewaffnete Israelis zu sehen sind, die in ihren Fahrzeugen oder an Eingängen zu Einrichtungen getötet werden, damit palästinensische Truppen Zutritt erhalten.

Es gibt auch Videos, die die Kämpfer bei Schießereien mit bewaffneten israelischen Streitkräften zeigen, wobei zwischendurch unbewaffnete Israelis in Deckung gingen, außerdem Videos von Kämpfern, die auf Häuser schießen und Granaten in befestigte Gebiete werfen. Augenzeugenaussagen deuten auch darauf hin, dass Granaten in Schutzbunker geworfen wurden, allerdings ist unklar, von wem.
Sogar beim israelischen "Friedens-​Rave", der als der tödlichste Angriff palästinensischer Kämpfer während ihres Einsatzes bezeichnet wurde, tauchten Videos auf, die zu zeigen schienen, wie israelische Streitkräfte durch eine Menge unbewaffneter Zivilisten hindurch das Feuer auf Ziele eröffneten, die sie für Hamas-​Mitglieder hielten. "ABC News" berichtete außerdem, dass ein israelischer Panzer auf den Ort des Festivals zugefahren ist.

In seinem Bericht über die Ereignisse im Kibbuz Be’eri fotografierte "ABC News" Artilleriegeschütze, die israelischer Munition ähnelten, vor einem ausgebombten Haus. Der Reporter David Muir erwähnte, dass in der Folge Hamas-​Kämpfer in Plastiktüten eingehüllt gefunden worden seien.
Darüber hinaus zeigen Videos der Szene Häuser, die offenbar von Munition getroffen wurden, die Hamas-​Kämpfer nicht besaßen. Muir berichtete, dass etwa 14 Menschen in einem Gebäude von palästinensischen Kämpfern als Geiseln festgehalten wurden.

Ein am 20. Oktober in hebräischer Sprache veröffentlichter "Haaretz"-​Artikel, der auf Englisch nur in einem unbedingt lesenswerten Mondoweiss-​Artikel erschienen ist, zeichnet eine ganz andere Geschichte dessen, was an diesem Tag in Be’eri geschah. Ein Kibbuzbewohner, der nicht zu Hause war und dessen Partnerin beim Angriff getötet wurde, enthüllt verblüffende neue Details:
,,Seine Stimme zittert, als ihm seine Partnerin einfällt, die zu dieser Zeit zuhause in ihrem Schutzraum belagert wurde. Ihm zufolge schloss die IDF die vollständige Übernahme des Kibbuz’ erst am Montagabend (09. Oktober) ab, und dies nur, nachdem die Kommandeure vor Ort schwierige Entscheidungen getroffen hatten – einschließlich des Beschusses von Häusern mit allen darin Anwesenden, um die Terroristen zusammen mit den Geiseln zu eliminieren. Der Preis war schrecklich: Mindestens 112 Be’eri wurden getötet. Andere wurden entführt. Gestern, 11 Tage nach dem Massaker, wurden in einem der zerstörten Häuser die Leichen einer Mutter und ihres Sohnes entdeckt. Man geht davon aus, dass noch weitere Leichen in den Trümmern liegen."
Fotobeweise der Zerstörung in Be’eri bestätigen seine Darstellung. Nur die schwere Munition der israelischen Armee hätte auf diese Weise Wohnhäuser zerstören können.

Yasmin Porat, eine Überlebende aus dem Kibbuz Be’eri, sagte in einem Interview für eine israelische Radiosendung beim Staatssender Kan, die israelischen Streitkräfte hätten ,,alle eliminiert, einschließlich der Geiseln", und fügte hinzu: »Es gab sehr, sehr schweres Kreuzfeuer«, und sogar Panzerbeschuss.
Porat hatte an der Nova-​Rave teilgenommen und in verschiedenen Interviews mit israelischen Medien die humane Behandlung bezeugt. Sie erklärte: die Hamas-​Kämpfer ,,schützten uns" während der Gefangenschaft, und sagten ihr auf Hebräisch: ,,Schau mich gut an, wir werden dich nicht töten. Wir wollen dich nach Gaza bringen. Wir werden dich nicht töten. Also sei ruhig, du wirst nicht sterben. (...) Dann und wann gaben sie uns etwas zu trinken. Wenn sie sahen, dass wir nervös sind, beruhigten sie uns. Es war sehr beängstigend, aber niemand hat uns gewalttätig behandelt. Zum Glück ist mir nichts passiert, wie ich es in den Medien gehört habe."

Immer häufiger und zum Entsetzen einiger israelischer Beamter und Nachrichtenkanäle bezeugen israelische Augenzeugen und Überlebende des Blutvergießens, dass sie von palästinensischen Kämpfern gut behandelt wurden. Am 24. Oktober beklagte der israelische Staatssender "Kan" die Tatsache, dass die am Tag zuvor von der Hamas freigelassene Gefangene Yocheved Lifshitz live im Fernsehen Erklärungen abgeben durfte.
Als sie den Vermittlern des Roten Kreuzes übergeben wurde, wurde die ältere israelische Gefangene dabei gefilmt, wie sie sich umdrehte, um ihrem Hamas-​Entführer zum letzten Abschied die Hand zu drücken. Die Live-​Übertragung von Lifshitz, in der sie über ihre zweiwöchige Tortur sprach, ,,humanisierte" ihre Hamas-​Entführer noch mehr, als sie von ihrem täglichen Leben mit den Kämpfern erzählte:
,,Sie waren sehr freundlich zu uns. Sie haben sich um uns gekümmert. Wir bekamen Medikamente und wurden behandelt. Einer der Männer bei uns wurde bei einem Motorradunfall schwer verletzt. Ihre (Hamas-)Sanitäter versorgten seine Wunden, er bekam Medikamente und Antibiotika. Die Leute waren freundlich. Sie haben den Ort sehr sauber gehalten. Sie waren sehr besorgt über uns."

Es ist wichtig zu erkennen, dass in vielen Berichten westlicher Journalisten vor Ort die meisten Informationen über die Aktionen von Hamas-​Kämpfern von der israelischen Armee stammen – einem aktiven Teilnehmer am Konflikt.
Neue Erkenntnisse deuten nun darauf hin, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, insbesondere aufgrund des Ausmaßes der Infrastrukturschäden, dass israelische Streitkräfte absichtlich Gefangene getötet, auf falsche Ziele geschossen oder bei ihren Feuergefechten Israelis mit Palästinensern verwechselt haben könnten. Wenn die einzige Informationsquelle für eine schwerwiegende Behauptung die israelische Armee ist, muss berücksichtigt werden, dass sie Grund hat, Fälle von Friendly Fire zu verheimlichen.
Auch in den darauffolgenden Tagen war das israelische Eigenfeuer von einer Armee ohne wirkliche Kampferfahrung weit verbreitet. In der Stadt Aschkelon erschossen israelische Soldaten am 08. Oktober einen Mann, von dem sie glaubten, er sei ein Hamas-​Kämpfer gewesen, und schrien seiner Leiche Beleidigungen zu. Später stellten sie jedoch fest, dass sie einen israelischen Landsmann hingerichtet hatten. Dies ist nur eines von drei solchen Beispielen für Friendly Fire am selben Tag, bei dem Israelis durch ihre eigenen Truppen getötet wurden.
Inmitten des Nebels des Krieges haben die Konfliktparteien unterschiedliche Perspektiven auf die Ereignisse während des ersten Überfalls und seine Folgen. Es ist unbestritten, dass palästinensische bewaffnete Gruppen dem israelischen Militär erhebliche Verluste zugefügt haben, aber über alles andere wird es in den kommenden Wochen und Monaten noch zahlreiche Debatten geben.

Eine unabhängige, unparteiische, internationale Untersuchung ist dringend erforderlich, die Zugang zu Informationen aller am Konflikt beteiligten Seiten hat. Weder die Israelis noch die Amerikaner werden dem zustimmen, was wiederum darauf hindeutet, dass Tel Aviv viel zu verbergen hat.
In der Zwischenzeit ertragen palästinensische Zivilisten in Gaza anhaltende, wahllose Angriffe mit den fortschrittlichsten schweren Waffen, die es gibt, und leben unter der anhaltenden Gefahr einer erzwungenen und möglicherweise unumkehrbaren Vertreibung. Dieser israelische Luftangriff wurde nur durch die Flut unbewiesener "Hamas-Gräueltaten"-Geschichten ermöglicht, die ab dem 07. Oktober in den Medien zu kursieren begannen.

von ASKL