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Lenins 100. Todestag

Stalins Würdigung an Wladimir Iljitsch Uljanow

Lenin, bürgerlich Wladimir Iljitsch Uljanow, geboren am 22. April 1870, gestorben vor genau 100 Jahren am 21. Januar 1924, Klassiker des Marxismus-Leni­nismus, genialer Führer und Vordenker der Arbeiterklasse wie aller Werktätigen, Theoretiker und Revolutionär, Be­gründer der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), ein Kommunist. 
Schon während seines Jurastudiums (1887) lernte Lenin den Marxismus kennen und wurde überzeugter Revolutionär. Nach externer Ablegung des juristischen Staatsexamens 1891 wandte er sich ganz der revolu­tionären Arbeit zu. 1892 übersiedelte er nach Petrograd (heute Leningrad), wo er Anführer der Marxisten und der russischen Arbeiterbewegung wurde.

Es lohnt sich immer wieder, von Lenin und über Lenin zu lesen. Um so mehr, als dies von einem berichtet wird, der Lenin so gut kannte wie kaum ein anderer: Generalissimus Iosef Wissarionowitsch Stalin. Lenin ist, auch für uns heute, nicht nur wegen seiner umfangreichen wissenschaftlichen Tätigkeit, sondern auch wegen seines hohen staatsmännischen Geschicks, seiner Prinzipientreue, seiner Aufrichtigkeit und nicht zuletzt wegen seiner Liebe zum einfachen Volk ein leuchtendes Vorbild. Dasselbe kann man auch von Generalissimus Stalin sagen. 

In seiner Rede auf einem Gedenkabend der Kremlkursanten am 28. Januar 1924, vor Tage nach Lenins Tod, charakterisierte Iosef Wissarionowitsch Stalin die Eigenschaften Lenins folgender Maßen:
,,Es gilt als ausgemacht, dass ein „großer Mann“ sich gewöhnlich zu den Versammlungen verspätet, so dass die Versammlungsteilnehmer klopfenden Herzens auf sein Erscheinen warten, wobei vor dem Erscheinen des „großen Mannes“ ein Raunen durch die Reihen der Versammlungsteilnehmer geht: „Pst…Ruhe… er kommt.“ Diese Zeremonie schien mir nicht überflüssig, denn sie imponiert, flößt Achtung ein. Wie groß war aber meine Enttäuschung, als ich erfuhr, dass Lenin schon vor den Delegierten zur Versammlung gekommen war und in irgendeiner Ecke schlicht und einfach ein Gespräch führte, ein ganz gewöhnliches Gespräch mit ganz gewöhnlichen Konferenzdelegierten. Ich verhehle nicht, dass mir dies damals als eine gewisse Verletzung gewisser notwendiger Regeln erschien. Erst später begriff ich, dass diese Schlichtheit und Bescheidenheit Lenins, dieses Bestreben, unbemerkt zu bleiben oder jedenfalls nicht aufzufallen und seine hohe Stellung nicht hervorzukehren – dass dieser Zug eine der stärksten Seiten Lenins ist, dieses neuen Führers neuer Massen, der einfachen und gewöhnlichen Massen der „untersten“ Schichten der Menschheit.

Ausgezeichnet waren zwei Reden Lenins, die er auf dieser Konferenz (1905 in Tammersfort/Finnland) hielt: über die gegenwärtige Lage und über die Agrarfrage. Leider sind sie nicht erhalten geblieben. Es waren zündende Reden, die die ganze Konferenz in stürmische Begeisterung versetzten. Die ungewöhnliche Überzeugungskraft, die Einfachheit und Klarheit der Beweisführung, die kurzen und allgemeinverständlichen Sätze, das Fehlen jeder Pose, das Fehlen aller auf Eindruck berechneten schwindelerregenden Gesten und effektvollen Phrasen – all das unterschied Lenins Reden vorteilhaft von den Reden gewöhnlicher „Parlamentsredner“. Aber mich fesselte damals nicht diese Seite der Reden Lenins. Mich fesselte jene unüberwindliche Kraft der Logik in Lenins Reden, die zwar ein wenig trocken ist, dafür aber die Zuhörerschaft völlig in ihren Bann zieht, sie allmählich elektrisiert und sie dann, wie man zu sagen pflegt, restlos gefangen nimmt. (…) Ich glaube, dass diese Besonderheit der Reden Lenins die stärkste Seite seiner Rednerkunst ist.

Ich entsinne mich, wie wir bolschewistischen Delegierten, eng zusammengedrängt, auf Lenin blickten und ihn um Rat fragten. Die Äußerungen mancher Delegierten verrieten Müdigkeit, Niedergeschlagenheit. Ich erinnere mich, wie Lenin als Antwort auf solche Reden bissig durch die Zähne hervorstieß: „Lamentieren Sie nicht, Genossen, wir werden sicher siegen, denn wir haben recht.“ Hass gegen lamentierende Intellektuelle, Glauben an die eigenen Kräfte, Glauben an den Sieg – darüber sprach damals Lenin mit uns. Man fühlte, die Niederlage der Bolschewiki ist nur vorübergehend, die Bolschewiki müssen in nächster Zukunft siegen. „Nicht lamentieren im Fall einer Niederlage“ – das ist gerade jene Besonderheit in Lenins Wirken, die ihm half, eine grenzenlos ergebene und auf ihre Kräfte vertrauende Armee um sich zusammenzuschweißen.

Der Sieg pflegt manchen Führern zu Kopf zu steigen, sie hochmütig und überheblich zu machen. Meist beginnen sie in solchen Fällen den Sieg zu feiern, auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Lenin aber glich solchen Führern nicht im geringsten. Im Gegenteil, gerade nach dem Sieg wurde er besonders wachsam und vorsichtig. Ich erinnere mich, wie Lenin damals den Delegierten nachdrücklich auseinandersetzte: „Erstens darf man sich vom Sieg nicht berauschen lassen und überheblich werden, zweitens muss man den Sieg verankern; drittens muss man den Gegner vernichten, denn er ist nur geschlagen, aber bei weitem noch nicht vernichtet.“ Mit beißendem Spott überschüttete er die Delegierten, die leichtsinnig versicherten: „Von nun an ist es aus mit den Menschewiki.“ Es war ihm ein leichtes zu beweisen, dass die Menschewiki noch immer in der Arbeiterbewegung wurzeln haben, dass man sie geschickt bekämpfen muss, wobei man die Überschätzung der eigenen Kräfte und besonders die Unterschätzung der Kräfte des Gegners auf jede Weise zu vermeiden hat. 

Parteiführer müssen die Meinung der Mehrheit ihrer Partei achten. Die Mehrheit ist eine Macht, mit der der Führer rechnen muss. Lenin verstand das nicht schlechter als jeder andere Parteiführer. Aber Lenin wurde niemals zum Gefangenen der Mehrheit, besonders, wenn diese Mehrheit keine prinzipielle Basis hatte. Es gab Momente in der Geschichte unserer Partei, da die Meinung der Mehrheit oder die Augenblicksinteressen der Partei mit den Grundinteressen des Proletariats in Konflikt gerieten. In solchen Fällen trat Lenin ohne Bedenken entschlossen für die Prinzipientreue ein und wandte sich gegen die Mehrheit der Partei. Mehr noch, er scheute sich nicht, in solchen Fällen buchstäblich einer gegen alle aufzutreten, wobei er davon ausging – wie er oft sagte –, dass „prinzipienfeste Politik die einzig richtige Politik ist“.

Theoretiker und Parteiführer, die die Geschichte der Völker kennen, die die Geschichte der Revolutionen von Anfang bis Ende studiert haben, sind zuweilen von einer peinlichen Krankheit befallen. Diese Krankheit heißt Scheu vor den Massen, Unglaube an die schöpferischen Fähigkeiten der Massen. Auf diesem Boden entsteht manchmal ein gewisser Aristokratismus der Führer den Massen gegenüber, die zwar in der Geschichte der Revolutionen nicht bewandert, aber berufen sind, das Alte niederzureißen und das Neue aufzubauen. Die Furcht, dass das spontane Element entfesselt werden könnte, dass die Massen „allzu viel zerstören“ könnten, der Wunsch, die Rolle eines Schulmeisters zu spielen, der die Massen nach Büchern zu lehren sucht, aber nicht von den Massen lernen will – das ist die Grundlage dieser Art von Aristokratismus.

Lenin war das gerade Gegenteil solcher Führer. Ich kenne keinen anderen Revolutionär, der so fest an die schöpferischen Kräfte des Proletariats und an die revolutionäre Zweckmäßigkeit des proletarischen Klasseninstinkts geglaubt hätte wie Lenin. Ich kenne keinen anderen Revolutionär, der so schonungslos die selbstgefälligen Kritiker des „Chaos der Revolution“ (…) zu geißeln verstanden hätte wie Lenin. Ich erinnere mich, wie Lenin während eines Gesprächs auf die Äußerung eines Genossen, dass „nach der Revolution die normale Ordnung wiederhergestellt werden muss“, sarkastisch bemerkte: „Es ist schlimm, wenn Menschen, die Revolutionäre sein wollen, vergessen, dass die normalste Ordnung in der Geschichte die Ordnung der Revolution ist.“

Daher Lenins Geringschätzung gegen alle diejenigen, die auf die Massen von oben herabsahen und sie nach Büchern lehren wollten. Daher Lenins unermüdliche Mahnung: Von den Massen lernen, den Sinn ihres Handelns erfassen, die praktische Erfahrung des Kampfes der Massen sorgfältig studieren. Glaube an die schöpferischen Kräfte der Massen – das ist gerade jene Besonderheit im Wirken Lenins, die es ihm ermöglichte, das Walten des spontanen Elements zu erfassen und seine Bewegung in die Bahn der proletarischen Revolution zu leiten. (…)"
aus:
J. Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1952, Bd.6, S.47-57

Lenin mag vor 100 Jahren verstorben sein, doch sein Erbe lebt weiter. Es ist an uns seine Vision des Kommunismus umzusetzen.
von ASKL

Staatlich verordnete Bandera-Verehrung

Pressefreiheit durch Kiew massiv eingeschränkt 

Die ukrainische Regierung hat mit dem Inkrafttreten eines neuen Mediengesetzes am 31. März 2023 die totale Kontrolle über sämtliche Medien übernommen. Auch die Geschichtsschreibung im Sinne des Bandera-Kults wird mit diesem Gesetz vorgeschrieben. 

Das neue Mediengesetz der Ukraine, ermöglicht es der staatlichen Medienregulierungsbehörde, Print- und Online-Medien, Rundfunk sowie Internet‑Plattformen wie YouTube und andere soziale Netzwerke zu regulieren. Dies gibt der staatlichen Medienaufsichtsbehörde das Recht, Medienunternehmen mit Geldbußen zu belegen, ihre Lizenzen zu entziehen und bestimmte Publikationen ohne Gerichtsurteil zu sperren. Die staatlichen Medienregulierungsbehörde ist ein Verfassungsorgan in der Ukraine. Die Hälfte der Mitglieder wird vom Präsidenten ernannt, die andere Hälfte von der Werchowna Rada, das von der Selensky-treuen Mehrheit kontrolliert wird und aus dem der Großteil der Opposition entfernt wurde. Die staatliche Medienregulierungsbehörde untersteht somit der totalen Kontrolle der ukrainischen Regierung. 

Schon jetzt wird in der ukrainischen Medienlandschaft massiv zensiert. So wurde am 07. Oktober 2022, per Gesetz, das öffentliche Hören russischer Lieder verboten. Gemäß dem Gesetz „Über die Änderung bestimmter Gesetze der Ukraine über die Unterstützung eines nationalen Musikprodukts und die Beschränkung der öffentlichen Nutzung des Musikprodukts des Aggressor-Staates“ wird das öffentliche Hören und die Aufführung von Kompositionen mit dem Text eines Sängers, der die Staatsbürgerschaft des „Aggressor-Staates" hat, unter Verbot gestellt (gemeint ist Russland). 
Auch Tourneen russischer Staatsbürger sind verboten. Gleichzeitig gilt dieses Gesetz nicht für die Lieder jener russischen Künstler, die in die Liste der Musiker aufgenommen werden, die den russisch-ukrainischen Konflikt verurteilen. Um in diese Liste zu gelangen, muss ein Antrag zur Unterstützung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine gestellt werden, der auch eine Aufforderung an Russland enthalten wird, „die Aggression gegen die Ukraine sofort einzustellen“. Darüber hinaus fallen russische Kompositionen, die insbesondere bei der Ausstrahlung ausländischer Sendungen (außer denen, die Russland zeigt) und in Filmen verwendet werden, sowie solche, die vor dem 20. Februar 2014 erstellt wurden und von ukrainischen Bürgern aufgeführt wurden, nicht unter das Verbot. Zuvor wurde in der Ukraine verboten, Filme mit Schauspielern zu zeigen, die eine „Bedrohung für die nationale Sicherheit“ des Landes darstellen. Die „schwarze Liste" hat 209 Personen aufgelistet: Neben russischen Künstlern wie Ivan Ohlobystin sind auch Ausländer wie der US-Schauspieler Steven Seagal betroffen.
Absurderweise sind von dem Gesetz auch Musiker betroffen die nicht mehr leben, wie der „sowjetische Michael Jackson“ Schenja Belousow und einige andere mehr. Belousow wurde übrigens in Kharkow geboren.
Am 11. April 2023 verbot die Werchowna Rada außerdem die Veröffentlichung von Fotos und Videos von ukrainischen Friedhöfen.
Bisher war es so, dass eine von der offiziellen Lesart abweichende Berichterstattung mit schweren offiziellen und inoffiziellen Sanktionen belegt wurde. Jetzt wird seitens des ukrainischen Staates die totale Kontrolle über die Medien übernommen. Die Dauer des Gesetzes ist nicht auf das Ende des Krieges begrenzt, so dass die Absicht bestehen dürfte, Medien auf Dauer zu binden und der politischen Nachkriegsordnung gleich einmal das Korsett der Zensur anzulegen. So richtig auf die Schippe wird dabei die EU genommen, denn es wird behauptet, dass mit dem Inkrafttreten des neuen Mediengesetzes die EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste umgesetzt und damit wieder eine Bedingung für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen erfüllt wäre.

Der weltanschauliche Rahmen, den das Gesetz vorgibt, ist bemerkenswert. Es ist verboten, Informationen zu verbreiten, die „den kriminellen Charakter des kommunistischen totalitären Regimes von 1917–1991 in der Ukraine, den verbrecherischen Charakter des totalitären nationalsozialistischen Regimes, ein positives Bild von Personen in Führungspositionen in der Kommunistischen Partei (dem Posten des Sekretärs des Bezirkskomitees und höher), den höchsten Macht- und Verwaltungsorganen der UdSSR, der Ukrainischen sozialistischen Sowjetrepublik (USSR), anderen Unions- und autonomen Sowjetrepubliken leugnen oder rechtfertigen. Verboten ist ferner die positive Darstellung der „Verfolgung der Teilnehmer am Kampf für die Unabhängigkeit der Ukraine im 20. Jahrhundert, (…)“. Das bedeutet also, dass über die Geschichte der Ukraine als Teil der Sowjetunion und über die Ukrainische SSR nichts Positives berichtet werden darf. Die Sowjetunion wird mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt.
Ironischerweise wird gleichzeitig Faschistenverehrung praktisch vorgeschrieben.
Wer hingegen Negatives über den „Kampf für die Unabhängigkeit der Ukraine im 20. Jahrhundert“ berichtet, hat ebenso mit Konsequenzen zu rechnen. Es darf auch nichts Positives über die Ausrottung des Bandera-Faschismus durch die Organe der Sowjetmacht nach 1945 berichtet werden. Das hat eine gewisse Logik, waren doch die ersten Sponsoren und Mentoren des Wiedererstarkens des Nationalismus und Faschismus in der Ukraine (bereits zu Sowjetzeiten) die reichen „vertriebenen“ Emigranten, die sich aufgrund ihrer Verbrechen und Ideologie – vor allem nach Kanada – absetzten. Der faschistoide ukrainische Nationalismus wird zur Staatsideologie erklärt und damit die Verfolgung und der Massenmord an tausenden polnischen, jüdischen und russischen Ukrainern verherrlicht, ebenso die Ermordung zahlreicher Angehöriger der Roten Armee und ukrainischer sowie russischer Kommunisten.
Um der Behauptung, dass in Kiew Faschisten an der Macht wären, Nahrung zu geben, wird damit gezeigt, dass die Regierung der Ukraine zumindest Faschismusaffin ist und der Faschisten großen Einfluss auf Gesetzgebung und politische Praxis des Parlaments, der Regierung und des Präsidenten haben. Selensky selbst sagte einst: „Stepan Bandera ist ein Held. Ihn zu verehren ist wunderbar, einfach großartig.“

Im neuen Mediengesetz ist auch vorgesehen, dass die russische Sprache, welche mindestens ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung zur Muttersprache hat (darunter Selensky selbst), aus den Medien gestrichen werden soll. Ab dem 01. Januar 2024 muss der Mindestanteil der ukrainischen Sprache im Fernsehen von rund 75 Prozent auf 90 Prozent steigen. Und ab dem 17. Juli 2024 ist die Verwendung einer „nichtstaatlichen Sprache“ (womit Russisch gemeint ist) in Reden, Interviews, Kommentaren, Erklärungen, Fragen von Personen, die an dem Programm teilnehmen, in der Sendung des ukrainischsprachigen Programms nicht erlaubt. Ob auch Angehörige der Volksgruppen der Polen, Rumänen, Ungarn und vieler anderer dann ihre Sprache nicht mehr in Medien verwenden dürfen, geht aus bisherigen Informationen nicht hervor. Konsequenterweise müsste nach dieser Diktion auch Englisch, Deutsch, oder Portugiesisch verboten werden, denn auch hier handelt es sich um „nichtstaatliche Sprachen“.

In den westlichen Qualitätsmedien ist so gut wie nichts über die praktisch totale Zensur in der Ukraine zu lesen. Es sind ja die „Guten“, die zensieren, dann geht das ganze in Ordnung. Als verfolgt gelten alle Journalisten, die seit 2014 schon reglementiert oder sogar getötet wurden, nicht, denn sie waren und sind ja „prorussisch“. Auch Wikipedia und andere „Online-Enzyklopädien“ spielen hier eine bedenkliche Rolle. Auch dort gibt es die Kategorie „prorussisch“. Ist ein Medium einmal mit diesem Etikett versehen, wird es dies nicht mehr so einfach los, da kann es noch so ukro-nationalistische Artikel verfassen. Journalisten und Blogger, die der Regierung nicht genehm sind, auf „schwarzen Listen“ stehen, dadurch als Feinde der Ukraine gelten und mit dem Tod bedroht werden, geht im Kriegstaumel und dem Hype um Waffenlieferungen der Westmedien unter. Ist ja aus deren Sicht unerheblich, es trifft ja die „Richtigen“.

von ASKL

Stalins verklärtes Erbe

Eine Aufarbeitung des Antistalinismus

Theoretisch sind Kommunisten, insbesondere Marxisten, Materialisten. Materialisten entscheiden auf der Grundlage von Beweisen über die Wahrheit oder Unwahrheit von Hypothesen. Doch in Bezug auf Generalissimus Iosef Wissarionowich Stalin und die sowjetische Geschichte während seiner Regierungszeit sind viele Marxisten in Wirklichkeit Idealisten, die Beweise zugunsten ihrer vorgefassten Meinungen ignorieren. In diesem Beitrag geht es um die Notwendigkeit von Objektivität in der Geschichtsforschung, um das Verhältnis von Praxis und Theorie und um Fakten, die für Idealismus und Antikommunismus in der ,,Linken'' kennzeichnend sind. 
Kommunisten müssen Materialisten sein. Der dialektische Materialismus ist eine Wissenschaft. Aber nur wenige Kommunisten handeln wie Materialisten. Die meisten ,,glauben''. Sie glauben Chruschtschow, sie glauben Gorbatschow, sie glauben Trotzki und sie glauben den westlichen antikommunistischen Akademikern, die über die sowjetische Geschichte schreiben und verklären. Die einzige Möglichkeit, bei einer Untersuchung zur Wahrheit zu gelangen, besteht darin, mit Objektivität vorzugehen. Ein Wissenschaftler versucht, objektiv zu sein, das heißt seine eigenen Vorurteile zu hinterfragen und nicht zuzulassen, dass diese Vorurteile – die jeder Mensch unweigerlich besitzt – die Ergebnisse seiner Analyse bestimmen. Es müssen Methoden entwickelt werden, um Beweise, welche die eigenen Vorurteile und vorgefassten Meinungen unterstützen, mit besonderer Skepsis betrachtet werden. Es müssen auch alle Beweise, welche den eigenen Vorurteilen und vorgefassten Meinungen widersprechen, besonders aufmerksam berücksichtigt werden, denn sonst erreicht man das Gegenteil. Unweigerlich werden Beweise, die bereits vorgefasste Meinungen stützen, besonders großzügig behandeln und Beweise, welche die vorgefassten Meinungen widerlegen, schnell zurückweisen. Man würde dem Bestätigungsfehler [auch als ,,confirmation bias'' bezeichnet] verfallen. Dann hat man überhaupt keine Chance, die Wahrheit zu entdecken, denn selbst wenn man über sie stolpern, würde man sie nicht erkennen. Antikommunisten und Pseudo-Linke können es sich nicht leisten, objektiv zu sein, weil die Beweise ihre Unwahrheiten und Erfindungen nicht stützen. Nur sehr wenige der akademischen Gelehrten, die über die sowjetische Geschichte der Stalinära schreiben, bemühen sich um Objektivität.

Diese Unwahrheiten über Generalissimus Stalin möchte ich hier mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln aufdecken und versuchen, den Menschen die Tatsachen zu vermitteln. Stalinisierung bedeutet eine Aufklärung der Menschen, eine Erklärung, was Josef Stalin machen wollte, was ihm gelang, und wer seine Reformen warum hintertrieb. Ohne Aufdeckung der Lügen über Iosef Wissarionowich Stalin und die Geschichte der UdSSR in jener Periode ist eine Stalinisierung nicht möglich. Generalissimus Iosef W. Stalin ist heute für all jene wertvoll und teuer, für die solche Begriffe wie Gerechtigkeit keine leeren Phrasen sind.
Die Lügen über Iosef Wissarionowich Stalin und die UdSSR sind entstanden, um die Autorität des Staatsoberhauptes der Sowjetunion zu schädigen, um die Menschen von jeglichem Versuch abzuhalten, die Natur der Ereignisse und die Rolle des Generalissimus Stalins in jener Periode zu durchdenken, welche im Verlaufe seines Lebens geschahen. Diese Lügen sind nicht gegen Iosef W. Stalin oder seine Verwandten gerichtet, sondern in erster Linie gegen die russische Bevölkerung. Mit den Lügen darüber wird versucht, die Russen (und zusammen mit ihnen all jene Völker, die zusammen mit dem Russen als erste in der Welt eine Gesellschaft frei von Parasiten aufbauten) der Fähigkeit zu berauben, den äußeren wie auch inneren Bedrohungen zu widerstehen. Die Lügen über Iosef Wissarionowich Stalin sind ein von den kriminellen und kapitalistischen Elementen geschaffener Virus, der den Schutzmechanismus eines Volkes zerstört, welcher für das Erkennen von Gefahren verantwortlich ist. Und letzten Endes sind die Lügen darüber auch ein Versuch der jetzigen Eliten, den Raub all des Guten zu rechtfertigen, welches vom sowjetischen Volk hervorgebracht und vermehrt wurde.

Sieben Gründe, warum Generalissimus Stalin so sehr verklärt wird:
1. Generalissimus Stalin stand auf der Seite des Werktätigen. Deshalb verachten ihn vor allem diejenigen, die nicht auf deren Seite stehen, die von der Ausbeutung des werktätigen Volkes leben. Für sie ist das wichtigste der Reibach, der Profit, die Marge und alles, was sie dabei absahnen können, wenn andere für sie arbeiten. Und für sie ist das Volk immer nur das Arbeitsvieh, es sind die Lohnsklaven, ohne die sie nicht leben könnten, weil das ihnen keinen Gewinn brächte. 
2. Iosef Wissarionowitsch Stalin war ein unermüdlicher Arbeiter, und dass er die Nichtstuer und Schmarotzer nicht mochte. Er zwang sie, zu arbeiten und verfolgte sie wegen ihres Schmarotzertum. Deshalb hassen alle Nichtstuer und Faulenzer ihn. Weil sie nicht arbeiten wollen und keine gesellschaftlich nützliche Tätigkeit vollbringen. Sie wollen nur konsumieren, essen und sich amüsieren, soviel wie möglich und das möglichst auf fremde Kosten.
3. Er war ein ehrlicher Mensch. Er hielt sein Wort, sogar seinen Feinden gegenüber. Gewissenhaft erfüllte er die Beschlüsse des Kollektivs, und wenn etwas verabredet und beschlossen war, so hielt sich Stalin auch an die Verabredung. Er strebte nach einer strengen Erfüllung der Aufgaben und der Aufträge der Werktätigen. Er forderte Ehrlichkeit von allen Leitern, bei seinen Untergebenen mochte er keine Lügner und Betrüger. Natürlich hassen ihn alle Lügner deshalb. Doch am meisten hassen ihn die Lügner und Verbreiter von Falschmeldungen der Medienanstalten, die seit langem gewittert haben, dass es jetzt am besten ist, mit Schwindelei und Boshaftigkeiten Karriere zu machen und Geld zu verdienen. Stalin hätte sie daran gehindert, zu lügen, und deshalb verachten sie ihn.
4. Für seine Gegner wäre es furchtbar, wenn Stalin zurückkehren und man alle die Verräter, Banditen und Gauner erkennen würde. Sie verachten Stalin und sie fürchten sich sogar vor seinem Porträt, weil sie sich vor der Stalinschen Vergeltung fürchten. Wenn man sie in den Krieg schicken würde, dann würden sie, um ihre Haut zu retten, zu den Faschisten überlaufen und zu Denunzianten, Polizisten und Henkern werden.
5. Stalin respektierte die Menschenrechte, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Wirklichkeit. Und es war völlig normal, dass Stalin den Menschen kostenlosen Wohnraum zur Verfügung stellte, Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten bauen ließ. Dabei arbeitete der Mensch und bekam für seine Arbeit einen erhöhten Lohn und die Fahrtkosten, ein einfacher Mensch konnte sogar zum Ministers aufsteigen. Die heutigen Bürgerrechtler, die allein durch ihre Schandtaten, durch Verleumdung, Unterstellung und Vetternwirtschaft aufgestiegen sind, hassen natürlich Stalin, weil er das Volk nach den Menschenrechten behandelte und die Rechte des arbeitenden Volkes auf natürliche Weise durch die Sowjets direkt gewährleistete und nicht durch käufliche Gerichte und eine korrumpierte Bürokratie. Dafür, dass er den Gaunern die Möglichkeit entzog, sich zu bereichern, hassen ihn auch die ehrwürdigen Bürgerrechtler, die von westlichen Almosen großgezogen wurden. 
6. Die einfachen und klaren Regeln der staatlichen Rechnungsführung und Kontrolle brachten jede gestohlene Münze, jeden Schwindel, jeden Betrug des Volkes leicht an den Tag. Bei Stalin konnte auch keine Rede sein von einem großen Diebstahl, und es war auch im staatlichen Maßstab einfach unmöglich zu stehlen oder sich am Volkseigentum zu vergreifen. Für einen Eimer Weizenähren wurde in den Hungerjahren ein realer Festpreis gezahlt. Spekulation war unmöglich, der Verkaufspreis der Ware blieb vom Produzenten bis zum Konsumenten unverändert. Wucher, fette Bankgeschäfte, Börsenhandel und Pyramidengeschäfte waren untersagt. Insolvenzbetrug und der Verkauf der Luft waren unmöglich. Deshalb hassen die Diebe, die Langfinger und Gauner, die korrupten Beamten und Plünderer am Staatseigentum aller Coleur und Schattierung Stalin voller Ingrimm. Das ist verständlich, denn bei Stalin durfte man nicht stehlen.
7. Stalin war Internationalist. Er war ein echter Georgier und er kannte die nationale Frage genau, er verbot den Antisemitismus, doch er liebte das russische Volk und hielt es für ein großes und ehrenwertes Volk in der Welt. Deshalb verachten alle Nationalisten, Faschisten und Rassisten Stalin, und sie alle, welche die nationale Frage nicht verstehen, versuchen ihre Clan- und Stammesfragen sowie ihren lokale Egoismus auf Kosten der übrigen Völkern zu lösen.

Kommunisten, welche die Geschichte, das heißt, die Praxis des ersten sozialistischen Staates, der UdSSR, während seiner dynamischsten Periode, nämlich der ,,Stalin''-Periode zwischen 1929 bis 1953, nicht kennen, die ihre Interpretation der Sowjetunion auf antikommunistischer Propaganda stützen, können nicht aus der kommunistischen Bewegung der Vergangenheit lernen, weil sie nicht wissen, was die Praxis dieser Bewegung wirklich war. Sie haben unkritisch eine falsche und verleumderische Version dieser Praxis aus den Schriften von Leo Trotzki, von Nikita Chruschtschow, von Gorbatschow, sowie von westlichen antikommunistischen Schriftstellern und Akademikern übernommen.
Solche selbsternannten ''Kommunisten'' oder ''Linke'' richten Schaden an, indem sie den Status eines ,,Linken'' oder ,,Kommunisten'' für sich beanspruchen, während sie innerhalb der Linken Unwahrheiten über die sowjetische Geschichte verbreiten. Damit führen sie jüngere oder naive Menschen, die, angewidert vom Kapitalismus, lernen wollen, wie man für den Kommunismus kämpft, auf fatale Weise in die Irre. Das gilt auch für alle Trotzkisten, denn ihr Geschichtsverständnis beruht auf dem ''Glauben'' an antikommunistische Propaganda über Stalin und die UdSSR zu seiner Zeit und auf ihrer Hingabe an das, was einem Kult um Leo Trotzki gleichkommt. 
Man stelle sich einmal vor, Stalin hätte mit seiner Entourage in nur einem Jahrzehnt die Sowjetunion aus dem Mittelalter in die Neuzeit navigiert, anschließend die Wehrmacht vernichtend geschlagen und im Anschluss daran das Land binnen fünf Jahren wieder auf Vorkriegsniveau gebracht – und das Ganze ohne eine „Unzahl“ von Opfern, die natürlich ein riesiges Ausmaß annehmen muss, damit auch der skrupelloseste Genosse, moralisch bis ins Mark erschüttert, niemals mehr aus der Frage entlassen wird: „War es die Sache wert?“ 

In diesem Beitrag wird auf jene Zahlen und Fakten hingewiesen, die als „Hintergrundstrahlung“ der „Stalinismus“-Debatte immer mitschwingen – ob man sich auf sie explizit bezieht oder nicht: Es handelt sich um die „Opfer des Stalinismus“, deren vermutete Zahl den zumeist völlig unreflektierten Ausgangspunkt einer solchen Debatte bildet; unreflektiert deshalb, da es an erster Stelle die Frage des Gegners ist, an der man (Kommunist) sich abarbeitet, dabei unmerklich bis unweigerlich in eine völlig metaphysische, moralisierende Diskussion gerät – und in jene Defensive, in die eigentlich der Gegner gehört, der es bis heute nicht eingestehen kann, dass die Sowjetunion unter Stalin dem imperialistischen Lager seine bisher größten und schmachvollsten Niederlagen beigebracht hat. 

Nach Vernachlässigung des ideologischen Wortgefechts um den Stalinismus-Begriff bleibt als Kern: die Anzahl der Opfer. Im folgenden wird sich mit dem hierzu vorliegenden Datenmaterial beschäftigt, wie es insbesondere von Mario Sousa, Parteimitglied der schwedischen KPML, zusammengetragen wurde. Nach Öffnung der Archive des Zentralkomitees der KPdSU erschienen im Jahre 1990 einige wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema, die in der Weltöffentlichkeit kaum Beachtung fanden – anders als etwa das berüchtigte „Schwarzbuch des Kommunismus“ (Stephane Courtois et al., Frankreich 1997), das die „Stalin-Opfer“ auf bis zu 20 Millionen hochrechnet (interessanterweise entspricht diese Zahl in etwa den russischen Kriegsopfern im Zweiten Weltkrieg) oder ähnlich illustre Literatur, die nach dem „Wer bietet mehr?“-Paradigma operiert.

Bevor die aufgedeckten statistischen Daten genauer betrachtet werden, sei zunächst ein kurzer Blick auf die Entstehungsgeschichte des Antistalinismus beziehungsweise Antikommunismus geworfen. Wie bereits 1925 in Hitlers „Mein Kampf“ angekündigt, galt die Ukraine als die „Kornkammer“ für das „Volk ohne Raum“ und damit als eines der wichtigsten Kriegsziele des deutschen Faschismus im Osten. Um den kriegerischen Feldzug propagandistisch vorzubereiten, startete Goebbels eine Hetzkampagne gegen die Bolschewiken der Ukraine, die angeblich ihr Volk einer bewusst von Stalin provozierten Hungerkatastrophe auslieferten. Die faschistische OUN unter Federführung von Stepan Bandera waren dabei nützliche Handlanger des NS-Regimes. Die Kampagnen erwiesen sich allerdings als allzu durchsichtig im Hinblick auf die dahinter stehenden faschistischen Kriegsziele. Auch einige britische und US-amerikanische Autoren oder Unternehmer wie Conquest oder Hearst verbreiteten bereitwillig diese Antikommunistische Propaganda, wodurch im Westen ein grundsätzlich negatives Bild des Kommunismus, der UdSSR und des Generalissimus Stalins gezeichnet und etabliert wurde.

Auch ist bekannt, dass der Beginn der dreißiger Jahre von heftigen Auseinandersetzungen auf dem Lande geprägt war: Arme, landlose Bauern revoltierten gegen die Kulaken, reiche Landbesitzer, um die Bildung von Kolchosen durchzusetzen. Ein großer Teil der Kulaken wiederum versuchte seinerseits die Einbringung seines riesigen Privateigentums an Boden und Landwerkzeugen in die Kolchosenwirtschaft zu verhindern – indem man Vieh tötete, durch Sabotageaktionen oder durch gezielte Unterwanderung der Kolchosen. Insgesamt waren 120 Millionen Bauern in diese heftigen Klassenkämpfe verwickelt. Die Partei hatte dabei die extrem schwierige Aufgabe, die Massenbewegung zur Enteignung der Kulaken in geordnete Bahnen zu lenken und zugleich die Landfrage als Klassenfrage grundsätzlich zu lösen (also die Enteignung der Kulaken durchzusetzen). Insbesondere die Zusammenstöße mit rechten Nationalisten in der Ukraine führten zu heftigen Nahrungsmittelengpässen. Die Kulaken unterstützen teilweise vom Exil aus die antikommunistischen Erzählungen über Millionen Todesopfer.

Als der damals amtierende sowjetische Generalsekretär Michail Sergejewich Gorbatschow 1990 die Archive des Zentralkomitees der KPdSU für historische Studien öffnen ließ, geschah etwas ungewöhnliches: Die so lange Zeit ersehnte Öffnung der Archive, die allen Todesopferspekulanten die endliche Bestätigung ihrer mühsamen Rechnereien verheißen hatte, wurde plötzlich mit völligem Desinteresse und Grabesstille in den Medien quittiert. Die Forschungsergebnisse, welche die russischen Historiker Wiktor Nikolajewich Semskow, Aleksander Nikolajewich Dugin und Oleg Witaljewich Chlewnjuk seit 1990 in wissenschaftlichen Fachzeitschriften vortrugen, blieben völlig unbeachtet. Die Forschungsergebnisse gelangten nie über die engen professionellen Kreise der Fachzeitschriften hinaus und waren damit nicht in der Lage, den allgemeinen Opfermythos der großen Medien auch nur anzureißen. 
Auch im Westen wurden die Ergebnisse der Archivöffnung ignoriert und fanden sich weder in den großen Blättern der Zeitungen noch in irgendeinem Fernsehsender. Die linke Presse zeigte ebenfalls wenig sichtbares Interesse an den Forschungsergebnissen, nicht zu reden von offizieller Revidierung bis dato unkritisch verbreiteter Propaganda zum Thema „Verbrechen des Stalinismus“. Woran liegt das? Der offizielle Bericht über das sowjetische Strafsystem umfasst beinahe 9.000 Seiten. Es haben viele Autoren daran mitgearbeitet, zu den bekanntesten zählen die genannten russischen Historiker Semskow, Dugin und Chlewnjuk. Im Westen wurde der Bericht als Ergebnis der Zusammenarbeit von Forschern aus verschiedenen westlichen Ländern vorgestellt. Die Daten, auf die sich Mario Sousa bezieht und die wie eingangs erwähnt das eigentliche Thema dieses Artikels sind, wurden im Jahre 1993 veröffentlicht.

Mario Sousa weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass keiner der beteiligten Forscher dem sozialistischen Lager zuzurechnen ist, es sich vielmehr um bürgerliche, zum Teil offen reaktionäre Historiker handelt – mit dem entscheidenden Unterschied allerdings, dass diese ihre wissenschaftliche Integrität über jede ideologische Befangenheit stellen, soll heißen keine Datenfälschung im Interesse ihrer ideologischen Orientierung beziehungsweise ihres Geldbeutels betreiben. So geben die Daten Auskunft zu den folgenden Fragestellungen: 

-Bestandteile des sowjetischen Strafsystems
-Anzahl der politischen und nicht-politischen Gefangenen-Anzahl der Todesopfer in den Arbeitslagern
-Anzahl der Todesurteile vor 1953, insbesondere in den Säuberungen der Jahre 1937-38
-durchschnittliche Dauer der Gefängnisstrafen 
 
Ab 1930 zählten zum sowjetischen Strafsystem Gefängnisse, die Arbeitslager und Arbeitskolonien des Gulag sowie spezielle offener Vollzug und Geldstrafen. Die Untersuchungshaft fand in den normalen Gefängnissen statt. Die Strafen bei einem Schuldspruch reichten von einer Geldstrafe in Form eines bestimmten Prozentsatzes vom Lohn für einen definierten Zeitraum über eine Haftstrafe bis hin zum Todesurteil. In die Arbeitslager wurden jene geschickt, die ein schweres Verbrechen begangen hatten (Mord/Totschlag, Raub, Vergewaltigung, Wirtschaftskriminalität etc.), sowie ein großer Teil der wegen konterrevolutionärer Aktivitäten Verurteilter. Auch jene, die zu mehr als drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurden, konnten in Arbeitslager geschickt werden. Umgekehrt konnten Gefangene nach einer bestimmten Zeit im Arbeitslager in eine Arbeitskolonie oder in einen speziellen offenen Bereich überführt werden.
Im Jahr 1940 gab es 53 Arbeitslager, in denen die Inhaftierten in großen Gebieten unter strenger Aufsicht arbeiteten. Es gab 425 Arbeitskolonien, also viel kleinere Einheiten als die Arbeitslager, mit einem freieren Reglement und weniger Aufsicht. Hierhin kamen Gefangene mit kürzeren Haftstrafen, deren Verbrechen bzw. politische Vergehen weniger schwerwiegend waren. Sie arbeiteten als gleichberechtigte Bürger in Fabriken oder auf dem Land und bildeten einen Teil der Zivilgesellschaft. In den meisten Fällen gehörte der gesamte Arbeitslohn dem Gefangenen, er war damit seinen Kollegen gleichgestellt. Die speziellen offenen Bereiche waren in der Regel landwirtschaftliche Gebiete, in die Kulaken verbannt wurden, die im Zuge der Kollektivierung enteignet worden waren. Außerdem kamen dorthin auch Gefangene, die minderschwere Verbrechen begangen hatten. 
Die nachfolgende Tabelle unter Berufung auf „Custodial Population 1934-1953“ (Bevölkerung in Gewahrsam in der UdSSR 1934-1953), The American Historical Review“ gibt eine Übersicht über die in den jeweiligen Lagern bzw. Gefängnissen zwischen 1934 und 1953 Inhaftierten, darunter den Anteil der wegen politischer Verbrechen Verurteilten sowie alle Todesopfer:
Aus diesen Zahlen lässt sich eine Reihe von Schlussfolgerungen ableiten: Zunächst kann man sie mit den Daten von Robert Conquest vergleichen. Wir erinnern uns, dass nach Conquests Behauptung im Jahre 1939 12 Millionen politische Gefangene in den Arbeitslagern gewesen und davon drei Millionen in der Zeit von 1937 bis 1939 ums Leben gekommen sind. Und Conquest spricht in diesem Zusammenhang ausschließlich von politischen Gefangenen! Im Jahre 1950 gab es nach Conquest ebenfalls zwölf Millionen politische Gefangene. Wie man nun ersehen kann, stimmen seine Daten nicht einmal entfernt mit den recherchierten Archivdaten überein. 1939 betrug die Gesamtzahl aller Gefangenen in allen Formen des Gewahrsams insgesamt zwei Millionen. Von diesen waren 454.000 politischer Verbrechen für schuldig befunden – nicht zwölf Millionen wie Conquest behauptet, und rund 165.000 starben zwischen 1937 und 1939 im Arbeitslager – nicht etwa drei Millionen; das sind in diesem Zeitraum 5,3% aller Arbeitslagerinsassen. Zum leichteren Überblick: 
Insgesamt lebten im angegebenen Zeitraum 2,5 Millionen Sowjetbürger in Gefangenschaft, d.h. 2,4% der erwachsenen Bevölkerung – sicherlich keine geringe Zahl und ein Indikator für die noch bestehenden Widersprüche in der Gesellschaft. Trotzdem lag die Zahl noch unter der der imperialistischen Hauptmacht. Ein Vergleich mit den Daten aus den USA: 1996 gab es im reichsten Land der Welt 5,5 Millionen Gefangene, also 2,8% der erwachsenen Bevölkerung. Nun zur Frage der Todesopfer. Der prozentuale Anteil der im Arbeitslager Verstorbenen variiert im angegebenen Zeitraum zwischen 0,3% und 18%. Die Todesursachen waren im wesentlichen auf die allgemeine Mangelsituation im Lande zurückzuführen, insbesondere die medizinische Versorgungslage zur Bekämpfung von Epidemien. Das betraf damals allerdings wie erwähnt nicht nur die Sowjetunion, sondern auch alle entwickelten Länder. Erst mit der Erfindung des Penicillin während des Zweiten Weltkrieges wurde ein wirksames Mittel gegen ansteckende Krankheiten geschaffen. Tatsächlich waren es wiederum die Kriegsjahre, in denen die Hälfte aller Todesfälle im untersuchten Zeitraum zu verzeichnen war. Nicht zu vergessen die 25 Millionen Todesopfer, die „in Freiheit“ starben. Der systematische Rückgang der Todesopfer nach dem Zweiten Weltkrieg (nominal und prozentual) ist denn auch auf die verbesserte medizinische Versorgung zurückzuführen. 

Der britische Autor Robert Conquest behauptet, die Bolschewisten hätten zwölf Millionen politische Gefangene in den Arbeitslagern zwischen 1930 und 1953 getötet. Davon sei eine Million bei den Säuberungen 1937 und 1938 umgekommen. Solschenizyn spricht gar von zig Millionen Toten in den Arbeitslagern, davon drei Millionen allein 1937/38. Diese Zahl wurde im Zuge der „Wer bietet mehr?“-Kampagne unter Gorbatschow noch weit übertroffen. So nennt die Russin Olga Schatunowskaja etwa sieben Millionen Tote während der 1937/38 Säuberungen. Die Daten aus diversen Archiven sprechen hingegen eine andere Sprache: Man muss dabei berücksichtigen, dass die Forscher sich verschiedener Quellen bedienten und diese miteinander abglichen. Dabei sind Doppelzählungen sehr wahrscheinlich. So wurden beispielsweise nach Dimitrij Wolkogonow, der von Jelzin als Verantwortlicher für die Sowjetarchive ausersehen, 30.514 Personen bei Militärtribunalen in den Jahren vom 01.10.1936 bis 30.09.1938 zum Tode verurteilt. Eine andere Zahl stammt vom KGB: Nach Informationen, die im Februar 1990 der Presse freigegeben wurden, sind in den 23 Jahren zwischen 1930 und 1953 786.098 Menschen wegen Verbrechen gegen die Revolution zum Tode verurteilt worden, davon 681.692 in den Jahren 1937 und 1938. Diese Zahlen bedürfen allerdings noch der genaueren Überprüfung. Nach den vorliegenden Daten aus den Archiven schätzt Mario Sousa die Zahl der tatsächlich vollstreckten Todesurteile 1937-38 auf ca. 100.000. Viele Todesurteile seien in Haftstrafen umgewandelt worden beziehungsweise basierten auf Verbrechen wie Mord oder Vergewaltigung. Schließlich bleibt noch die Frage nach der durchschnittlichen Dauer der Strafe in einem Arbeitslager. Die antikommunistischen Propagandisten erwecken den Eindruck, dass ein Strafgefangener normalerweise das Arbeitslager nicht überlebte oder endlos lange gefangen gehalten wurde. Es zeigt sich jedoch, dass die Strafzeit in der Stalinzeit für den größten Teil der Gefangenen maximal 5 Jahre betrug. So erhielten nach der American Historical Review 82,4% der gewöhnlichen Kriminellen im Jahre 1936 Haftstrafen von bis zu 5 Jahren und 17,6% zwischen 5 und 10 Jahren. Von den politischen Gefangenen erhielten 44,2% Haftstrafen bis zu 5 Jahren und 50,7% zwischen 5 und 10 Jahren. Für 1939 liegen von sowjetischen Gerichten folgende Zahlen vor: 95,9% bis zu 5 Jahre, 4% zwischen 5 und 10 Jahre und 0,1% über 10 Jahre.

Was die Kulaken betrifft, so wurden 381.000 Familien, also 1,8 Millionen Menschen im Zuge der Enteignung in die Verbannung geschickt, wovon der kleinere Teil Arbeit in den Lagern oder Kolonien verrichten musste. Aufgrund heftiger Klassenauseinandersetzungen zwischen den Kulaken und den ärmeren Bauern, die schließlich darin gipfelten, dass die Großbauern Kolchosenhöfe überfielen, Bauern und Parteiarbeiter töteten, Felder anzündeten und Vieh abschlachteten, um Hungersnöte zu provozieren, wurden schließlich 1,8 Millionen der 10 Millionen Kulaken verbannt oder verurteilt. Bei diesen Klassenzusammenstößen waren wie erwähnt 120 Millionen Menschen involviert, sodass mit Sicherheit in diesem Zusammenhang auch manche Ungerechtigkeiten geschehen sind.

Die Moskauer Prozesse 1937 waren der Endpunkt langjähriger Auseinandersetzungen mit Trotzki und seinen Anhängern, die die Beschlüsse des Zentralkomitees kritisierten, umgingen, sabotierten und grundsätzlich nicht die innerparteilichen Mehrheitsverhältnisse akzeptierten. Das führte schließlich zu Kampfmitteln jenseits offizieller Diskurse: Industriesabotage, Spionage für den potentiellen Kriegsgegner (Deutschland, Japan) und schließlich Landesverrat (Vereinbarungen zwischen Leo Trotzki und der deutschen Reichswehr bzw. Reichsregierung über die Abtretung großer Landesteile der Sowjetunion im Falle einer Naziinvasion, Umsturz der bestehenden und Ersetzung durch eine trotzkistische Regierung. 
Eine weitere Verschwörung fand in der Armee um Marschall Tuchatschewsky statt, die eine Säuberung in der Roten Armee nach sich zog. Auch hierzu liegen von Conquest Horrorzahlen vor: Danach wurden 15.000 Offiziere und 20.000 Kommissare (wovon die Hälfte der angeblich 70.000 Offiziere und politischen Kommissare der Roten Armee) gefangen genommen und entweder hingerichtet oder zu lebenslanger Haft in den Arbeitslagern verurteilt. Der Historiker Roger Reese gibt in seiner Arbeit „The Red Army and the Great Purges“ (Die Rote Armee und die großen Säuberungen) hingegen folgende Fakten: Im Jahre 1937 gab es 144.300 Offiziere und politische Kommissare in Armee und Luftwaffe und 282.300 im Jahre 1939. Während der Säuberungen 1937/38 wurden 34.300 Offiziere und Kommissare aus politischen Gründen entlassen. Bis zum Mai 1940 wurden allerdings 11.596 rehabilitiert und wieder in ihre Posten eingesetzt. Das heißt, zu den Entlassenen zählten 22.705 Offiziere und Kommissare (davon 13.000 Armeeoffiziere, 4.700 Offiziere der Luftstreitkräfte und 5.000 politische Gefangene). Das sind insgesamt 7,7% aller Offiziere und Kommissare, wovon wiederum nur ein geringer Teil als Verräter verurteilt wurde, während der Rest ins zivile Leben zurückkehrte.
Kommunisten und andere, welche die Wahrheit über die sowjetische Geschichte der Stalinzeit erfahren wollen, sollten jede Darstellung als Propaganda zurückweisen, die durch ihre Rhetorik, Moralisierung, belastete Sprache, Verunglimpfung usw. zeigt, dass der Autor nicht objektiv ist. Praktisch alle Berichte, die die UdSSR als ''totalitär'' bezeichnen, sowie die Begriffe ''stalinistisch'' oder ''Stalinismus'' verwenden, die Stalin als ''Diktator'' bezeichnen, die behaupten, die UdSSR sei durch ''Terror'' regiert worden oder die den Begriff ''Großer Terror'' verwenden, die den GULAG als ''Todeslager'' oder die Gefangenen als ''Sklaven'' bezeichnen oder die behaupten, kapitalistische, imperialistische Staaten seien ''Demokratien'', sollte man als Propaganda anzusehen. Alle Arbeiten, die in irgendeiner Weise versuchen, die Sowjetunion der Stalinzeit mit Hitlerdeutschland beziehungsweise Stalin mit Hitler zu vergleichen, sollten als Propaganda abzulehnen und als NS-Verharmlosung zu betrachten. Die geheime Kollaboration Leo Trotzkis mit den Nationalsozialisten und den Japanern wurde während der Moskauer Prozesse in den 1930er Jahren aufgedeckt. Diese Kollaboration wurde unter dem Einfluss der Lügen Chruschtschows und Gorbatschows über Generalissimus Stalin geleugnet. Nun aber hat man zahlreiche Beweise für Trotzkis Kollaboration. Trotzkistische Darstellungen über die UdSSR, Lenin, Stalin, den ,,Sozialismus in einem Land'' oder über Trotzki selbst, sind zu vermeiden. Kein Trotzkist stellt den ,,Personenkult'' um Trotzki selbst in Frage. Trotzkisten streben per definitionem nicht nach Objektivität und fallen daher der Voreingenommenheit zum Opfer. Alle sogenannten ''kommunistischen'' Theorien, die nicht auf Beweisen beruhen, sollten gemieden werden. Alle Theorien, die auf den Chruschtschow- und Nach-Chruschtschow-Lügen über die sowjetische Geschichte der Stalinzeit beruhen, sollten als Propaganda betrachtet werden. Sicher, es mag eine Nadel der Wahrheit im Heuhaufen der Behauptungen geben, aber es wird zu lange dauern, sie zu finden, wenn sie überhaupt da ist. Nur eine Theorie, die sich auf ein genaues Verständnis der Geschichte der UdSSR während der Stalinjahre stützt, kann jenen, die aus den Erfolgen und Misserfolgen der Sowjetunion lernen wollen, einen Nutzen bringen. 

Man sollte sich in Erinnerung rufen, warum es diese ganze antikommunistische, antistalinistische Propaganda überhaupt gibt. Sie existiert aufgrund der Errungenschaften der Stalinjahre in der UdSSR. Um nur ein paar zu nennen: die Kollektivierung der Landwirtschaft, die den mehr als tausend Jahre währenden Zyklus verheerender Hungersnöte und der Armut unter den Bauern beendete; die Industrialisierung, die in kaum mehr als einem Jahrzehnt und ganz ohne ausländische Investitionen erreicht wurde und sich allein auf die sowjetische Arbeiterklasse und Bauernschaft stützte; 
die Niederlage der Nazihorden und ihrer Verbündeten; die weltweite Verbreitung der kommunistischen Bewegung; der Kampf gegen den Rassismus; der Kampf gegen die Diskriminierung der Frauen; die Versorgung aller Arbeiter mit preiswertem Wohnraum, preiswerten öffentlichen Verkehrsmitteln, kostenloser Bildung, kostenloser Hochschulbildung, Jahresurlaub, allgemeiner medizinischer Versorgung, Alters- und Hinterbliebenenrenten; der erfolgreiche Kampf gegen den Imperialismus der so genannten ''demokratischen'' kapitalistischen Länder; der große Aufschwung der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeiter in den Industrieländern; der Zwang für die kapitalistischen Staaten, ein gewisses Maß an Sozialleistungen für die arbeitende Bevölkerung bereitzustellen, um die Anziehungskraft der kommunistischen Bewegung zu schwächen. Und man muss sich fragen, warum bis heute, wenn ältere Russen oder Menschen in den ehemaligen Sowjetrepubliken befragt werden, welche historischen Persönlichkeiten sie am meisten bewundern, immer Iosef Wissarionowich Stalin an erster Stelle steht. Dies sind nur einige der Gründe, warum pro-kapitalistische Autoren die sowjetische Geschichte der Stalinzeit verfälschen, verzerren und schlichtweg lügen. Niemand, der sich für einen Linken oder insbesondere einen Kommunisten hält, sollte dieses falsche Narrativ unterschreiben oder verbreiten. Auch die Bolschewiki unter Stalin und Lenin haben Fehler gemacht. Fehler sind bei allen menschlichen Unternehmungen unvermeidlich, denn ''Versuch und Irrtum'' sind das Herz und die Seele der wissenschaftlichen Methode. In diesem Sinne ist ''Irrtum'' kein Fehler, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Erforschung und Beherrschung der Wirklichkeit. Leider führten die Aktionen der Bolschewiki zwar zu großen Errungenschaften, aber ihre Fehler führten auch dazu, dass diese Errungenschaften abstumpften und abgebrochen wurden und sich nur teilweise erfüllten. Letztendlich führten diese Fehler dazu, dass Leute wie Nikita Chruschtschow und seine Nachfolger an die Macht kamen, die den Kampf für den Kommunismus aufgaben. Schließlich führten sie zur Umkehrung der Errungenschaften der Oktoberrevolution und zum Rückfall in den ausbeuterischen Kapitalismus in allen Ländern, die einst sozialistisch waren oder die, wenn auch unvollkommen, nach Sozialismus und Kommunismus strebten. Man muss aus den Erfolgen als auch aus den Misserfolgen der kommunistischen Bewegung des 20. Jahrhunderts lernen, wenn man es in Zukunft besser machen sollte. 

von ASKL

Der Tag des Sieges

Der Große Vaterländische Krieg und die Erinnerung


Vor 78 Jahren endete der Große Vaterländische Krieg. Der 08. und 09. Mai 1945 bedeuten mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa die endgültige militärische Niederlage Deutschlands, das Ende des historischen deutschen Faschismus sowie das Ende der deutschen Fremdherrschaft in Österreich und anderer besetzter Gebiete. Es waren und sind Tage der Befreiung. Ein Tag des gedenken der Millionen durch das NS-Regime ermordeten Opfer, der getöteten Widerstandskämpfer und der gefallenen Soldaten, die ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus gelassen haben. Für viele ist es der wichtigste Tag des Jahres. So auch für meine Familie und mich. Jedes Jahr gedenken wir diesen Tagen, hören uns Geschichten meines Großvaters an (der diese Zeit miterlebt hat), schauen uns Filme über den Großen Vaterländischen Krieg an (wie ,,Der Fall von Berlin Teil 1 und Teil 2", ,,T-34" oder ,,Stalingrad") und nicht zuletzt die große Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau. 
Die Tage des 08. und 09. Mai markieren gleichzeitig den Sieg der Westalliierten, sowie der Sowjetunion – und dies gilt es zu feiern und alljährlich zu erinnern. Die Heldentaten der Roten Armee, die Opferbereitschaft der Sowjetsoldaten und die meisterhafte Führung ihres Generalissimus Iosef Wissarionowitsch Stalin haben das menschenverachtende Regime des völkervernichtenden Nationalsozialismus beseitigt. Felsenfest wie ein Denkmal ist unsere unvergängliche Dankbarkeit für die Taten und Leistungen der Rote Armee.

Es ist praktisch unmöglich, in wenigen Sätzen den Verlauf und Ausgang der Großen Vaterländischen Krieges  zu beschreiben. Nicht einmal ansatzweise lässt sich hier das Grauen dieses Krieges darstellen, den das faschistische Deutschland über die Völker Europas und insbesondere über die Sowjetunion gebracht hat, als es diesen Krieg vom Zaune brach. Nicht einmal ansatzweise lässt sich auch der bisher in der Welt einmalige Heroismus der Völker der Sowjetunion bei der Verteidigung ihrer Heimat und der Befreiung Europas von der braunen Pest des Faschismus wiedergeben. Hunderte Bücher wurden darüber geschrieben, ehrliche und verfälschende. Wohl niemand von denen, der unter diesem Krieg zu leiden hatte, wünschte damals, einen solches Inferno erneut erleben zu müssen. 

Der Große Vaterländische Krieg begann am 22. Juni 1941 mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Im damaligen Deutschen Reich wurde er als Russland- oder Ostfeldzug bezeichnet. Die Ostfront war bis Juni 1944 (Invasion in der Normandie) die wichtigste Landfront der Alliierten im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland und seiner Verbündeten. Adolf Hitler gab seinen Entschluss zu diesem Angriffskrieg dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) am 31. Juli 1940 bekannt und befahl am 18. Dezember 1940 mit der Weisung Nr. 21, ihn bis Mai 1941 unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ militärisch vorzubereiten. Dies war ein bewusster Bruch des am 24. August 1939 geschlossenen deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages. Um für die „arische Herrenrasse“ „Lebensraum im Osten“ zu erobern und den „jüdischen Bolschewismus“ zu vernichten, sollten große Teile der sowjetischen Bevölkerung vertrieben, versklavt und getötet werden. Das Geisteskranke und kriminelle NS-Regime nahm den millionenfachen Hungertod sowjetischer Kriegsgefangener und Zivilisten bewusst in Kauf, ließ sowjetische Offiziere und Kommissare auf der Basis völkerrechtswidriger Befehle ermorden und nutzte diesen Krieg zur damals so bezeichneten „Endlösung der Judenfrage“.

Nach anfänglichen deutschen Erfolgen leiteten sowjetische Siege in der Schlacht um Moskau Ende 1941 und vor allem in der Schlacht von Stalingrad zwischen 1942 und 1943 Deutschlands vollständige Niederlage ein. Nachdem im Sommer 1943 das deutsche „Unternehmen Zitadelle“ gescheitert war, ging die Initiative endgültig auf die Rote Armee über. Nach dem Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944, der auf die Eröffnung der lange erwarteten „Zweiten Front“ in Westeuropa (Operation Overlord) durch die westlichen Alliierten der Anti-Hitler-Koalition folgte, war die Wehrmacht militärisch geschlagen und konnte nur noch hinhaltenden Widerstand leisten. Dennoch waren auch die letzten Kriegsmonate noch von äußerst verlustreichen Kämpfen geprägt. Vor allem wegen der von Deutschen geplanten und ausgeführten Massenverbrechen an der Zivilbevölkerung starben im Kriegsverlauf je nach Schätzung zwischen 24 und 40 Millionen Bewohner der Sowjetunion. Dieser Krieg gilt wegen seiner verbrecherischen Ziele, Kriegsführung und Ergebnisse allgemein als der „ungeheuerlichste Eroberungs-, Versklavungs- und Vernichtungskrieg, den die moderne Geschichte kennt“.

Der Große Vaterländische Krieg war somit ein Verteidi­gungskrieg der Völker der UdSSR zwischen 1941 bis 1945 gegen die Aggression des faschistischen deutschen Imperialismus und seiner Verbündeten. Die deutsch-sowjetische Front wurde zur Hauptfront des Zweiten Weltkrieges. Entscheidungs­schlachten waren im Dezember 1941 vor Moskau, im Juli 1942 bis Januar 1943 bei Stalingrad, im Juli 1943 bei Kursk, im Juni 1944 in Weißrussland im Januar 1945 die Weichsel-Oder-Operation und nicht zuletzt unter Führung von Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow in Berlin im Mai 1945. Der Heldenmut der sowjetischen Soldaten und der Bevölkerung erzwangen 1945 die bedingungslose Kapitulation der faschistischen Aggressoren. Nach dem feigen Selbstmord Hitlers am 30. April 1945 im Führerbunker, unterzeichnete Karl Dönitz, die bedingungslose Kapitulation. Die Kapitulation wurde nach erfolglosen Verhandlungsversuchen der deutschen Seite vom 06. Mai in der Nacht zum 07. Mai 1945 im Obersten Hauptquartier der Alliierten Expeditionsstreitkräfte in Reims unterzeichnet und trat zum vereinbarten Zeitpunkt am 08. Mai 1945 in Kraft. Sie bedeutete das Ende der militärischen Feindseligkeiten zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten. Um die Unterzeichnung der Kapitulation auch durch den Oberkommandierenden der Wehrmacht, Wilhelm Keitel, und die Chefs der deutschen Kriegsmarine und Luftwaffe sicherzustellen, wurde deren Ratifizierung vereinbart. Die aus dem Sonderbereich Mürwik bei Flensburg eingeflogene deutsche Delegation unterzeichnete die Kapitulationsurkunde daher erneut am 08. und 09. Mai im Hauptquartier der Roten Armee in Berlin-Karlshorst. Der blutigste Krieg der Menschheitsgeschichte fand so, nach Millionen von Opfern, ein Ende.

Es war die „Anti-Hitler-Koalition“, welche die Westmächte bereit waren mit der Sowjetunion einzugehen, nicht etwa eine antifaschistische Koalition. Für die USA und Großbritannien war der Krieg gegen Deutschland dasselbe, was er umgekehrt für Deutschland war: ein imperialistischer Krieg um Einflussgebiete und direkte Kolonien, um Rohstoffe, Marktsphären, Investitionsmöglichkeiten und billige Arbeitskräfte. Die Herrschaftsform in Deutschland spielte für sie keine Rolle. Zunächst sympathisierte man sogar mit dem NS-Regime. Zweitens war das gesteigerte Interesse an der militärischen Invasion der von Deutschland okkupierten Gebiete Kontinentaleuropas seitens der USA und Großbritanniens bereits eine Vorwegnahme des Kalten Krieges und der Containment-Politik. Denn andernfalls, wäre die US-Armee nicht in der Normandie gelandet und nach Osten vorgedrungen, dann wäre der Siegeszug der Roten Armee nicht nur bis Wien und Berlin gegangen, sondern er hätte sein Ende erst aus geografischen Gründen an der Atlantikküste gefunden. Die Präsenz westalliierter Truppen verhinderte nach 1945 und dies ist durchaus intentionell so zu sehen, revolutionäre Prozesse und die Errichtung sozialistischer Gemeinschaften zumindest im Westen Deutschlands, in Italien und in Österreich. 

So ist es auch kein Zufall, dass der Imperialismus unter Führung der USA nach 1945 blitzschnell wieder vom scheinbaren „Antifaschismus“ zum Antikommunismus überging. Man verstand sich blendend mit den beiden verbliebenen faschistischen Diktaturen in Europa, nämlich mit Spanien und Portugal, und man ließ sogar neue errichten, wie in Griechenland 1967. Man schuf ein imperialistisches Militärbündnis mit der NATO, man bündelte ökonomische und später zunehmend politische und militärische Potenzen in den so genannten Europäischen Gemeinschaften, der heutigen Europäischen Union. Man gründete einseitig die BRD, rüstete sie wieder auf und setzte die faschistischen Eliten wieder ein. Man integrierte die revisionistische, reformistische Sozialdemokratie endgültig ins imperialistische System, um die Arbeiterklassen der westeuropäischen Staaten durch sie ruhigstellen zu lassen. Und in ideologischer Hinsicht unterlegte man sein Handeln mit der antikommunistischen, geschichtswissenschaftlich völlig unsinnigen „Totalitarismus“-Doktrin, die bis heute immer wieder hervorgekramt wird, um den Sozialismus zu diffamieren.

Dies alles diente der Frontstellung zur Sowjetunion, zu den volksdemokratischen Bewegungen und kommunistischen Parteien in Europa, später zur sozialistischen Staatengemeinschaft – mit dem einen Ziel der Rote Zerschlagung des Sozialismus, was mit 1989/90 in der Sowjetunion und Osteuropa auch gelungen ist. Der Imperialismus sorgte in diesen Ländern für einen historischen Rückschritt hinter das Jahr 1945, im Falle der UdSSR hinter das Jahr 1917. Dieser Rückschritt in den Kapitalismus brachte in Nachfolgestaaten folgerichtig nicht nur Ausbeutung und Unterdrückung mit sich, sondern auch wieder zunehmend, insbesondere in der Ukraine, faschistische Bewegungen und Rechtsextremismus, Nationalismus und Rassismus – und letzten Endes,  auch Krieg. Und so wundert es auch nicht, dass man seit dem Jahr 2014 faschistische Umtriebe in verschiedenen Ländern mit Billigung der EU und der USA sehen muss, nicht nur in der Ukraine sondern auch im Baltikum, und dass ein beträchtlicher Teil des nordamerikanischen und europäischen Kapitals sich in Hetze und Kriegstreiberei gegenüber Russland ergeht.

Die sowjetische Führung wusste 1945 ganz genau, dass der Sieg über den deutschen Faschismus nur ein Teilerfolg in einer größeren Auseinandersetzung ist. Der Faschismus wird nur dann endgültig besiegt sein, wenn der Imperialismus besiegt ist. Und so machte man sich nach dem Zweiten Weltkrieg in den von der Roten Armee besetzten Ländern daran, das Befreiungswerk fortzusetzen, also die Völker nicht nur von der faschistischen Form, sondern bis 1989/90 von jedwedem Imperialismus und Kapitalismus zu befreien. Diese Schlacht ging vor etwas mehr als 30 Jahren verloren, doch der Klassenkrieg ist nicht vorbei.

Es gilt zu betonen: Der Imperialismus ist nicht und niemals antifaschistisch – er kann es gar nicht sein und gerade in diesen Tagen darf man sich nicht von „staatstragenden“ Beteuerungen der Herrschenden blenden lassen. Die Wurzel des Faschismus, das sind der Imperialismus und Kapitalismus selbst – wer den Faschismus ausrotten will, wird daher entsprechend vorgehen müssen. In diesem Sinne sind Antifaschismus, Antiimperialismus und Antimonopolismus untrennbar miteinander verbunden, denn sie sind nur verschiedene Seiten ein und desselben Kampfes; eines Kampfes, der Teil des antikapitalistischen Kampfes ist; eines Kampfes, der nicht enden wird, bevor nicht der Sozialismus endgültig siegt.

An den Tagen der Befreiung und des Sieges sind die im Großen Vaterländischen Krieg siegreiche Sowjetunion zu ehren, ihre Völker, ihre kommunistische Partei, ihre Soldaten, Partisanen und Zivilisten, aber auch die zahlreichen Widerstandskämpfer und Partisanen, die ihren Teil zur Befreiung besetzter Gebiete beigetragen haben. Am besten aber ehrt man die gefallenen, ermordeten und siegreichen Genossen und Kameraden, indem man ihren Kampf fortführt – bis zum vollständigen Sieg, der jenseits des Kapitalismus liegt.

In Russland und vielen anderen ehemaligen Sowjetrepubliken wird die Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg anders wach gehalten als in Deutschland. In Deutschland liegt der Fokus der Erinnerungen nicht mehr auf dem Krieg, sondern er liegt berechtigterweise auf den deutschen Verbrechen. In Deutschland wird, wenn es um den Zweiten Weltkrieg geht, immer weniger über den Krieg selbst gesprochen, sondern über die Verbrechen deutscher Soldaten und über Konzentrationslager, was ich sehr wichtig finde. Das sind wichtige Themen, aber sie lenken von dem Krieg selbst und dem Leid, das er gebracht hat, ab. Anstatt an Leid und Tod zu denken, das einfache Soldaten und wehrlose Zivilisten im Krieg er- und überleben mussten, wird in Deutschland an die „eigene Schuld“ erinnert. Es ist wichtig zu betonen, dass man in Russland und anderen Staaten der ehemaligen UdSSR zwischen den wirklichen Tätern, also aktiven Nazis, und den einfachen Deutschen, die auch unter dem Krieg gelitten haben trennt. Nicht jeder Deutsche ist gleichermaßen Schuld für das, was zwischen 1939 und 1945 in Europa geschah. 

Kommen wir dazu wie man im Westen und insbesondere in Deutschland versucht die Geschichte umzuschreiben.

Die Rolle der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg wird immer mehr marginalisiert, obwohl es die Sowjetunion war, die im Kampf gegen die Nazis den größten Blutzoll entrichtet und die militärische Entscheidung gebracht hat. Wenn US-Präsidenten an das Kriegsendes erinnern, reden sie vom „Sieg der USA und ihren Alliierten“ und erwähnen die Sowjetunion kaum bis gar nicht. In Deutschland wird der Fokus in den Geschichtsbüchern und Dokus auch immer mehr von der Sowjetunion weggelenkt und auf die Rolle der Westalliierten gelenkt. So hat der Spiegel zum Beispiel 2020 zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz: „Auschwitz war das größte Vernichtungslager der Nazis. Sie ermordeten dort mindestens 1,1 Millionen Menschen. Vor 75 Jahren wurde es von der amerikanischen Armee befreit.“ Richtig gelesen! ,,Von der amerikanischen Armee". 
Das ist leider keine Ausnahme, davon gab es viele Beispiele, auch von amerikanischen Botschaften in Europa, die das gleiche gemeldet haben. Es ist ausgeschlossen, dass das nur „Versehen“ waren, das sind Versuche, um auszutesten, was man mit dem Umschreiben der Geschichte in Schulbüchern und Dokus schon erreicht hat und ob es nennenswerten Protest gegen solche Geschichtsrevisionen gibt.

In diesem und im letzten Jahr wird die Erinnerung an das Kriegsende im Westen generell heruntergespielt. Gedenkveranstaltungen mit Beteiligung von Vertretern Russlands werden abgesagt, Bundeskanzler Scholz ist zu keiner einzigen Gedenkveranstaltung gegangen, sondern hat nur eine Rede an die Nation gehalten, in der er weniger an das Kriegsende, als an die Notwendigkeit erinnert hat, Putin entschlossen entgegenzutreten.  Ein weiteres Beispiel für das Umschreiben der Geschichte ist der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland, der am 08. Mai 2022, nach der Kranzniederlegung am Berliner Ehrenmal auf die Frage eines Journalisten, wer denn 1945 Berlin befreit habe, geantwortet hat: „Die Ukraine!“ 

Trauriger Höhepunkt der deutschen Geschichtsvergessenheit ist das erneute Verbot der Flaggen Russlands und der Sowjetunion am 08. und 09. Mai in Berlin, während die Flagge der Ukraine gezeigt werden darf. Die Berliner Polizei hat im Zusammenhang mit den Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus beziehungsweise in Russland begangenen Tag des Sieges wie schon im Vorjahrdas Zeigen der Flaggen Russlands, (zunächst noch der Ukraine), von Weißrussland und der ehemaligen UdSSR verboten. Auch das Sankt-Georgs-Band wurde verboten. Das geht aus einer im Amtsblatt veröffentlichten "Allgemeinverfügung" hervor. Das Verbot gilt am 08. und 09. Mai im Bereich der sowjetischen Ehrenmale Treptow, Tiergarten und Schönholzer Heide sowie in deren Umfeld. Die ,,Achtung dieser Gedenkstätten und Mahnmale" sei ,,auch vor dem Hintergrund des unverändert andauernden Russland-Ukraine-Krieges zu wahren", hieß es zur Begründung. Laut einer RND-Meldung hat eine ,,Deutsch-­Ukrainerin" einen Eilantrag gegen die Allgemeinverfügung eingereicht mit dem Ziel, die ukrainische Flagge zeigen zu dürfen und sie bekam Recht. Am 06. Mai 2023 wurde die Flagge der Ukraine aus dem Verbot ausgenommen. Auch nach einem Eilantrag am 07. Mai blieb das zeigen der russischen und sowjetischen Flagge sowie anderer Symbole, an Ehrenmalen in Berlin, verboten. Diese Debatte ist beschämend und ein hervorragender Beleg für die Geschichtsvergessenheit in Deutschland. Oder um es mit den Worten von Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow zu sagen:
„Wir haben sie vom Faschismus befreit, das werden sie uns nie verzeihen.“ Nichts könnte die Haltung der Bundesregierung sowie des ,,Werte Westens" und ihren Angriff auf die Erinnerung in dieser Zeit besser beschreiben.

Am selben Tag äußerte sich der russische Botschafter in Deutschland Sergej Jurjewitsch Netschajew wie folgt:
„Die Entscheidung der Berliner Behörden, wonach am 08. und 09. Mai 2023 auf den wichtigsten sowjetischen Militärdenkmälern den Besuchern das zeigen der russischen Staatsflaggen sowie der Symbole, die untrennbar mit dem Tag des Sieges und der Befreiung Deutschlands und Europas vom Nazismus verbunden sind, einschließlich der Siegesfahne, der Flagge der UdSSR, des Georgsbandes, der Elemente der historischen Militäruniform und sogar der Lieder der Kriegsjahre, verboten ist, ist entschieden inakzeptabel. Ein unmoralischer und inakzeptabler Ansatz. Wir fordern die vollständige Aufhebung der entsprechenden Verbote. Heute sehen wir, wie die Nazis und ihre Handlanger in den Rang von Nationalhelden erhoben werden, die Heldentat der Roten Armee diskreditiert, sowjetische Soldatengräber geschändet, Denkmäler zerstört und abgerissen werden“, sagte der Botschafter. „Die Geschichte wird zugunsten der aktuellen politischen Gesinnung verfälscht, es werden Versuche unternommen, Opfer und Henker, Sieger und Besiegte gleichzustellen.“ „Man darf dem Nazismus keine Chance auf eine Wiedergeburt geben, auch nicht in Form von Russophobie.“ 
Netschajew betonte und erinnerte daran, dass die Sowjetunion für den „friedlichen Himmel“ über Europa „mit dem Leben von 27 Millionen ihrer Bürger bezahlt hat. Er wies auch darauf hin, dass „die nicht gleichgültigen Einwohner Deutschlands, einschließlich der Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges und Landsleute, die Möglichkeit haben sollten, in Übereinstimmung mit den etablierten langjährigen Traditionen das Andenken zu ehren, den gefallenen Rotarmisten und den Opfern des Nationalsozialismus Respekt und Dankbarkeit zu zollen“.

In Russland, wo die Geschichte anders gelehrt wird, nämlich wie sie sich tatsächlich zugetragen hat, weiß man um die westlichen Versuche, die Geschichte umzuschreiben. In Russland findet sich übrigens kein Mensch, der das, was derzeit in der Ukraine vor sich geht, gut findet. Doch in Russland weiß man, welche Kräfte in Kiew agieren und im Donbass seit nun mehr als neun Jahren Krieg gegen Zivilisten führen. Man feiert den Krieg nicht, aber über 90 Prozent der Russen unterstützen ihn, weil es aus ihrer Sicht keine andere Möglichkeit mehr gegeben hat, gegen diese Regierung in Kiew vorzugehen. Neun Jahre lang hat Russland seit dem Maidan geduldig verhandelt, aber der Westen war in Sachen Kiew auf dem rechten Auge blind und hat Kiew gewähren lassen. 

Der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin hat es in seiner Ansprache zum Beginn der russischen Intervention in der Ukraine deutlich gesagt: „Wir wissen aus der Geschichte, dass die Sowjetunion 1940 und Anfang 1941 alles getan hat, um den Ausbruch des Krieges zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Dazu gehört auch, dass man buchstäblich bis zur letzten Minute versucht, den potenziellen Angreifer nicht zu provozieren, indem man die notwendigsten und naheliegendsten Schritte zur Vorbereitung auf die Abwehr des unvermeidlichen Angriffs nicht durchgeführt oder aufgeschoben hat. Und die Schritte, die schließlich unternommen wurden, waren katastrophal verspätet. Infolgedessen war das Land auf den Einmarsch Nazi-Deutschlands, das am 22. Juni 1941 ohne Kriegserklärung unser Land angriff, nicht vollständig vorbereitet. Der Feind konnte gestoppt und dann vernichtet werden, allerdings zu einem kolossalen Preis. Der Versuch, dem Aggressor am Vorabend des Großen Vaterländischen Krieges zu gefallen, war ein Fehler, der unser Volk teuer zu stehen kam. In den ersten Monaten der Kämpfe haben wir große, strategisch wichtige Gebiete und Millionen von Menschen verloren. Wir werden einen solchen Fehler nicht ein zweites Mal machen, dazu haben wir kein Recht.“ 

Ob es einem gefällt, oder nicht, aber so sehen es auch die meisten Russen. Nach acht Jahren Verhandlungen, nach acht Jahren Verhandlungs-Politik gegenüber Kiew, während die ukrainische Armee im Donbass Zivilisten ermordet hat, haben die Russen keinen anderen Weg mehr gesehen, als militärisch einzugreifen. Es ist nicht nur so, dass über 80 Prozent der Russen die Entscheidung unterstützen, ganze 89 Prozent sind der Meinung, Russland sollte nach seinen eigenen Werten leben und sich nicht um das scheren, was der Westen als deren Werte propagiert. Dabei geht es um das Verdrehen der Geschichte, wie es im Westen üblich geworden ist. 

Es ist zu hoffen, dass es nicht so weit kommt und erinnern uns an den Krieg und gedenken der unschuldigen Opfer auf allen Seiten und hören wir auf, die Geschichte für heutige politische Ziele umzuschreiben oder zu vergessen.

von ASKL